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GR_2004_06 (Peloponnes)

Juni 2004

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Dienstag, 1. Juni 2004

Nach dem stressigen Pfingstwochenende (sechzigster GT von Mary) laufen die letzten Ferienvorbereitungen. Da mein Liebling noch bis dreizehn Uhr durcharbeitet, liegt die ganze Verantwortung auf meinen (schmalen) Schultern. Hoffentlich haben wir nichts vergessen! Natürlich kann sich Oma wieder kaum von der in letzter Minute zur Verabschiedung eingetroffenen Tochter und den Enkelkindern losreissen. Nach meiner Intervention kommen wir doch noch einigermassen gemäss Zeitplan weg. Nach der Bereitstellung von Laptop und GPS geht die Fahrt um sechzehn Uhr dreissig Richtung Italien los. Dieses Jahr werden wir aber nur bis in den Tessin fahren und dort übernachten. Unser Freund Urs hat uns (s)einen Lieblings-Stellplatz verraten, wofür wir uns bei ihm bestens bedanken! Leider mag uns dieses Jahr Petrus unsere Ferien nicht so recht gönnen. Von Beginn unserer Fahrt bis ein Stück nach dem San Bernardino-Tunnel begleiten uns seine Tränen. Bei unserem Kaffeehalt auf der Autobahn-Raststätte Bellinzona hat es wenigstens aufgehört zu regnen. Die Wolken hängen aber immer noch sehr tief.

Kurz nach neunzehn Uhr treffen wir auf dem praktisch leeren Parkplatz ein. Kaum haben wir uns eingerichtet und etwas umgeschaut, werden wir von einer netten Dame angesprochen. Sie erklärt uns - natürlich auf Italienisch - dass sie am Vortag ein Occasions-Womo gekauft hätte. So ergibt sich eine angeregte Diskussion. Für mich ist es nach längerer „Abstinenz“ wieder der erste Kontakt mit der italienischen Sprache. Allmählich füllt sich der Parkplatz mit abendlichen Kirchgängern. Einige von ihnen treffen auch mit Pizzaschachteln und Getränken ein. Ob wohl Urs bis jetzt immer kirchenfreie Abende erwischt hat? Da wir am Morgen sehr früh weiterfahren wollen, gehen wir um ungefähr einundzwanzig Uhr ins Bett und versuchen zu schlafen. Leider gelingt uns dies erst kurz vor Mitternacht. Die Party im Pfarrhaus dauert bis gut um elf und auch das Zählen des Stundenschlages lässt uns nicht so leicht einschlafen.
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Mittwoch, 2. Juni 2004

Müssen wir wirklich schon aufstehen? Ja, unser Wecker hat uns um 3:40 Uhr wie gewünscht geweckt. Wir kleiden uns an und machen uns nach einem Mini-Frühstück bereit, den Weg nach Ancona unter die Räder zu nehmen. Um vier Uhr dreissig verlassen wir den Parkplatz. Wir hoffen, den Herrn Pfarrer dabei nicht aus dem Schlaf geweckt zu haben! Das Wetter zeigt sich auch jetzt nicht von der besten Seite. Es hat in der Nacht nochmals tüchtig geregnet und geblasen. Zum Glück bleibt es während dem grössten Teil der Weiterfahrt wenigstens trocken. Dieses Jahr wäre der Rastplatz in Coldrerio im Gegensatz zum vergangenen Jahr praktisch leer. Auch in Chiasso können wir ohne Warteschlange durchfahren. Überhaupt haben wir auf der ganzen Strecke bis Ancona sehr wenig Verkehr. Erst nach Bologna nimmt der Verkehr etwas zu. So kommt es, dass wir bereits kurz vor elf Uhr in Ancona eintreffen.

Da wir inzwischen wissen, wo wir parkieren können, braucht es diesmal kein langes Suchen und Rangieren. Beim Einchecken hätten wir sogar die Möglichkeit, auf die Mittagsfähre (14:30 Uhr) umzubuchen. Wir verzichten aber darauf. Ich habe nämlich inzwischen festgestellt, dass ich nicht alle meine Linsenmittel mitgenommen habe! Wir versuchen deshalb, diese in Ancona noch aufzutreiben. Obschon wir im Laufe der nächsten Stunde mindestens zwei Geschäfte mit der Aufschrift „Ottico“ finden, können wir aber nicht einkaufen. Überall ist geschlossen! Ob wohl hier ein Feiertag ist oder Mittwochs generell geschlossen bleibt?
Pünktlich um siebzehn Uhr können wir mit dem Womo im Bauch der Fähre verschwinden. Mir ist aufgefallen, dass nur drei Wohmobile auf dem Schiff sind. Dies ist mit grösster Wahrscheinlichkeit die Folge davon, dass Superfast Ferries kein „Camping on Board“ mehr anbietet. Da wir bereits im Februar gebucht hatten, wurde uns gratis eine Kabine zur Verfügung gestellt. Zum Glück sind wir nur zu zweit in dieser Viererkabine. Mich erinnert so eine Kabine wirklich an Batteriehaltung bei Hühnern. Was für ein Unterschied zum Open Deck! Wenigstens durften wir das Wohnmobil noch mit elektrischem Strom versorgen. Wir werden auf jeden Fall in Zukunft – sofern überhaupt noch möglich - nur mit Gesellschaften fahren, die „Camping on Board“ anbieten!!

Impressione del porto

Impressione del porto

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Donnerstag, 3. Juni 2004

Während der Überfahrt weht ein recht starker Wind. In der Nacht hat es anscheinend auch tüchtig geregnet, ist doch auf Deck alles ganz nass. Der Wind ist übrigens auch dafür verantwortlich, dass ich mir an Bord meine Vorderarme und meine „Rübe“ ganz kräftig verbrannt habe!
Nach dem Anlegen und Ausschiffen in Patras machen wir uns auf den Weg nach Akrata. Wir wollen dort auf dem Beach Camping übernachten. Uns geht es gleich wie auch schon andern Campern (siehe entsprechende Reiseberichte im Internet): Ausgangs Patras stehen wir plötzlich vor der Mautstation! Also umdrehen, nach Patras zurück und nochmals Anlauf nehmen. Beim zweiten Mal fahren wir am richtigen Ort nach links und finden die Küstenstrasse.
In Diakofto fahren wir zur Bahnstation. Wir möchten uns erkundigen, ob und wann die Schmalspurbahn nach Kalavrita fährt. Leider können wir keinerlei Informationen finden. Wie wir nachträglich auf dem Campingplatz erfahren, ist die Bahn seit dem letzen Jahr ausser Betrieb. Erst habe es geheissen, dass mit dem alten Rollmaterial der Betrieb im Mai wieder aufgenommen werde. In der Zwischenzeit habe man auf Juni gewechselt (avrio, avrio….)
Als wir unterwegs den Durst unseres Womos stillen, fällt uns an der Tankstelle ein Streifenwagen auf. Beim Weiterfahren begegnen wir dem Fahrzeug nach ein paar Kilometern wieder. Die Besatzung wartet entgegen unserer Fahrtrichtung am Strassenrand. Kurz nachdem wir sie passiert haben, kann ich im Rückspiegel beobachten, wie sie umkehren und uns nachfahren. Sie verfolgen uns tatsächlich bis fast zum Tor des Campingplatzes. Mit wild campieren ist dieses Jahr wohl nichts!
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Freitag, 4. Juni 2004

Man könnte fast meinen, heute sei Freitag der Dreizehnte! Kurz nach dem Morgenessen, d.h. um ungefähr elf Uhr hat es gedonnnert und dann kam der Regen. Seither regnet es fast ununterbrochen. Inzwischen ist mein Reisebericht bis zum jetzigen Zeitpunkt fertig und die Uhr zeigt fünzehn Uhr fünfundvierzig an!
PS: Der Regen hat den ganzen Abend nicht aufgehört. Dafür sind im Laufe des Abends die einheimischen Dauercamper zum Wochende erschienen. Schlagartig ist auch der Geräuschpegel nach oben gegangen. Insbesondere ist uns die griechische Ausgabe unserer Schwägerin Emmi aufgefallen. Wir mussten wirklich zweimal hinhören, ob diese Stimme nicht Glarnerdeutsch spricht. Vom Tonfall her hätte sie nämlich Emmi perfekt imitieren können.
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Samstag, 5. Juni 2004

Heute Morgen haben wir uns vom netten Campingplatzehepaar verabschiedet. Die in Australien aufgewachsene Griechin und ihr Ehemann kümmern sich bestens um ihre Gäste. Unsere Fahrt soll uns heute bis nach Korinth auf den Camping Isthmia Beach (--> Homepage) führen. Unterwegs herrscht erstaunlich wenig Wochenend-Verkehr. So kommen wir sehr gut voran. Einzig in Kiato gelingt es den Griechen wieder einmal uns auf den „Holzweg“ zu schicken. Wir folgen dem (einzigen) Wegweiser Athinos/Patra und landen prompt wieder auf dem Autobahn-Zubringer. Also drehen wir um und stürzen uns wieder in den samstäglichen Innerortsverkehr von Kiato. Hier ist im Zentrum gerade noch ein Riesenfest, was das Durchkommen auch nicht gerade erleichtert! Kurze Zeit später sichten wir einen Lidl-Markt, wo wir endlich unsere Bordvorräte ergänzen können. Wo ist nun unser Campingplatz? Ist er vor oder nach Korinth? Wir beschliessen, einfach mal drauflos zu fahren. Irgendwann werden wir sicher ein Hinweisschild sehen. Mitten in Korinth fahren wir zum Hafen hinunter. Dort sehe ich auf dem Grossparkplatz ein Auto, das mit „Isthmia Security Service“ angeschrieben ist. Die junge Fahrerin kann mir sicher Auskunft geben, wo der gewünschte Camping zu finden ist. Leider kann ich kein Griechisch und sie auch nicht viel mehr Englisch. Irgendwie kann sie mir aber trotzdem beibringen, dass ich in Richtung Athen weiterfahren müsse und die Ausfahrt auf der rechten Seite sei. Und schon wieder landen wir auf einer autobahnähnlichen Strasse (wie sich später herausstellt, ist es die „Old National Road“). Plötzlich fahren wir über den Isthmus von Korinth. Als ich vor mir die Autobahntafel Richtung Athen sehe, weiss ich, dass wir zu weit gefahren sind. Wieder einmal ist blitzartiges Wenden angesagt! Nach dem erneuten Überqueren des Kanals finden wir die richtige Ausfahrt. Lustigerweise fahren wir so perfekt weiter, dass wir nach kurzer Zeit an der versenkbaren Brücke ausgangs des Kanals landen. Hier legen wir einen Foto- und Verpflegungshalt ein.

Isthmus von Korinth

Die versenkbare Brücke

Anschliessend fahren wir noch die letzten sechs Kilometer bis zum Campingplatz, der ausserhalb von Isthmia liegt. Der Empfang ist sehr freundlich (deutsche Angestellte), der Platz noch nicht ganz in Betrieb. Immerhin kann jeden Morgen frisches Brot bezogen werden. Leider ist die Taverne noch nicht in Betrieb, sodass wir gezwungen werden, uns selbst zu verpflegen. Lagemässig ist es ein sehr schöner Platz. Von den Einkaufs-, Verpflegungs- und Unterhaltungsmöglichkeiten her ist man hier eher „im Schilf“.

Camping Isthmia Beach, Korinth

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Sonntag, 6. Juni 2004

Heute kommt unser „Schnüüfi“ zu seinem ersten Einsatz. Wir unternehmen einen Motorrad-Ausflug nach Korfos. Unser Freund Urs hat dort letztes Jahr frei übernachtet. Bevor wir uns mit dem Womo verschieben, gehen wir die Situation besser mal anschauen. Landschaftlich wäre auch diese Bucht wieder sehr schön gelegen. Die Zufahrt zum erwähnten Stellplatz ist aber durch ein „Lattenkreuz“ aus massiven Rohren abgesperrt. Schade! Auf der Rückfahrt machen wir mehrmals Halt, um Fotos von der herrlichen Landschaft zu schiessen. Leider muss man immer schauen, dass man keinen Müll mit auf das Bild kriegt. Wieso sind viele Leute solche Ferkel?

Auf dem Rückweg fahren wir an der Abzweigung zum Campingplatz vorbei. Unser nächstes Ziel ist nämlich der Isthmus von Korinth. Wir wollen uns das Treiben aus nächster Nähe anschauen und natürlich auch wieder im Bild festhalten. Da Autobus um Autobus mit Touristen herangekarrt wird, verlassen wir den Isthmus bald wieder.
Als letzten Punkt für den heutigen Ausflug haben wir uns noch Loutraki vorgenommen. Dieser Ort ist ein bekannter Kur- und Badeort. Auch das beste Mineralwasser Griechenlands wird hier abgefüllt. In den letzten Jahren wurde auch ein wunderschönes Casino gebaut, das wir (zumindest von aussen) besichtigen. Anschliessend wird zur Rückfahrt auf den Campingplatz gestartet. Plötzlich stehen wir wieder vor der versenkbaren Brücke. Aber sieht die nicht ganz anders aus? Klar, wir sind am Beginn des Isthmus gelandet! Also Augen zu und durch (Korinth). Mitten in der Stadt funktioniert mein Orientierungssinn wieder perfekt und die Rückfahrt gelingt problemlos.
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Montag, 7. Juni 2004

Gemäss Programm würden wir uns heute eigentlich nach Korfos verschieben. Sollen wir jetzt noch einen Tag hierbleiben, oder direkt nach Palea Epidavros weiterfahren? Nach kurzer Beratung ist der Entschluss klar, wir fahren weiter. Vom gestrigen Töff-Ausflug her kennen wir den grösseren Teil der Strecke schon und kommen dementsprechend zügig voran. Wir finden auch den Campingplatz Nicolas I (--> Homepage) sofort. Hier gefällt es meiner Partnerin auf Anhieb!! Schon das Dorf selbst findet sie sensationell. Und als sie den Campingplatz mitten im Orangenhain erblickt, ist sie total begeistert. Nach dem Aufstellen will sie (trotz Mittagshitze) sofort einen Spaziergang in den Ort unternehmen. Der kleine Hafen mit der darüberliegenden Kirche ist wirklich sehenswert. Nach der Rückkehr vom Rundgang beginnt für mich wieder einmal das Weiterführen des Reiseberichtes, während Mary anfängt Karten zu schreiben. Sie muss sich ja schliesslich noch bei allen für das gelungene Fest bedanken!!
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Dienstag, 8. Juni 2004

Heute Morgen ist relativ früh (6:45 Uhr) Tagwache. Unser erstes Tagesziel ist das Antike Theater von Epidauros. Da gemäss dem Peloponnes-Führer vom Michael-Müller-Verlag bereits in den Vormittagsstunden jeweils mit grossem Andrang zu rechnen ist, wollen wir uns zeitig auf den Weg machen. Kurz nach acht Uhr sind wir denn auch bereits „On the Road“. Wie herrlich ist es, mit dem Motorrad die Strecke nach Epidauros zu befahren. Der Parkplatz vor dem „Ancient Theatre of Epidauros“ ist zu dieser Zeit noch praktisch leer. Wir können in relativer Ruhe das 2'300 Jahre alte und 14'000 Personen fassende Amphitheater bewundern. Wie wurde so etwas damals bloss gebaut?

Anschliessend schauen wir noch einige der zum Teil sehr gut erhaltenen Ausgrabungen an. Leider müssen wir den geplanten Besuch des Museums ziemlich bald abbrechen. Da in der Zwischenzeit Bus um Bus voll Touristen eintreffen, kann man sich im Museum kaum mehr bewegen. Wir verlassen Epidauros deshalb bald wieder.

Als nächsten Punkt haben wir Mikene auf dem Programm. Wir fahren bis zur nächsten Abzweigung zurück und biegen dort wieder ab. Gemäss vorgängigem Kartenstudium sollten wir so wieder auf der Hauptstrasse Richtung Nafplios landen. Komischerweise führt die Strasse aber immer weiter den Berg hinauf. Nachdem wir kilometerweise ohne Kontakt zur Zivilisation hoch und runter gefahren sind, kommen wir endlich wieder einmal zu einem griechischen Wegweiser. Sofort steigen wir von „Schnüüfi“ und kontaktieren unsere Karte (Peloponnese, 1:250'000, Road Editions).
Da die Ortschaften sowohl Neugriechisch wie Englisch angeschrieben sind, finden wir nach längerer Suche auch die entsprechende Ortschaft auf der Karte. Wir sind nach dem Besuch des Amphitheaters falsch abgebogen! Unsere Fahrt hat uns über Adami – Dimosa bis vor Trachia geführt, also gut 15 Kilometer und etliche Höhenmeter in die entgegengesetzte Richtung. Macht nichts, wir haben ja Ferien und die Gegend hier ist auch sehr schön. Auf der Rückfahrt finden wir denn auch in Koroni die richtige Abzweigung in Richtung Nafplios. Hier steht uns die nächste grosse Navigations-Aufgabe bevor. Gemäss unserer Karte zweigt zwischen Broutzeika und Arkadiko eine Nebenstrasse rechts ab, die uns in Richtung Agh. Triada und dann weiter Richtung Mykines führen soll. Obschon wir mit unserem „Schnüüfi“ dreimal zwischen den beiden Dörfern wenden und neu ansetzen, finden wir die Strasse nicht. Wir versuchen diverse Strassen und Feldwege, aber die gesuchte Strasse ist nicht dabei! Uns ist generell aufgefallen, dass die Wegweiser vielfach nicht wie bei uns die nächste grössere Ortschaft anzeigen. Da sie auf dem Land meistens nur noch in Neugriechisch angeschrieben sind, ist für uns die Orientierung ohnehin viel schwieriger. Wir brechen nun die Übung ab und fahren in Richtung Nafplios weiter. Ich habe mich entschlossen, Drepano anzufahren. Dort werden wir Übermorgen eine Nacht verbringen. Wenn wir sowieso schon hier sind, können wir im Vorbeiweg ja mal schauen, wo unser Campingplatz liegt.

Beim anschliessenden Verpflegungshalt im Zentrum wird nach kurzer Diskussion entschieden, dass wir für die Rückfahrt die Bergetappe nehmen. Wir haben nämlich vor, übermorgen nicht die (langweilige) Hauptstrasse von Paleo Epidauros nach Drepano zu fahren, sondern über die Berge. Unsere Rückfahrt fürt deshalb von Drepano über Kandia – Karnezeika – Kanapitsa – Stavropodi – Neochori – Trachia – Koliaki zurück nach Palea Epidavros. Was für eine wunderschöne Landschaft! Auch für jeden Töff-Fahrer ist dies eine paradiesische Strecke mit zahllosen Kurven. Kaum ist man auf einem Hügel (oder Berg) angelangt, geht es bereits wieder ins nächste Tal hinunter. Gefälle und Steigungen sind dabei vielfach um die zehn Prozent und darüber. Vom Gelände her stehen solche Strecken unseren Passstrassen in nichts nach. Einzig der Strassenzustand (viele Schlaglöcher und unverhergesehene Hindernisse) zwingen zu überlegter und vor allem angepasster Fahrweise. Auf dem letzten Stück hinunter nach Palea Epidauros sehen wir, dass auf halber Hanghöhe rechts eine Strasse zum Meer hinunterführt. Ob diese Strasse wohl der Beginn unseres Tagesausflugs von Morgen werden könnte? Wir werden auf jeden Fall auf dem Campingplatz die Karte studieren.
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Mittwoch, 9. Juni2004

Das Kartenstudium gestern Abend hat uns gezeigt, dass die erwähnte Strasse tatsächlich der Küste entlang führt. So beginnt unser heutiger Tag auch wieder recht früh, da wir die Küste abfahren wollen. Bei der Abzweigung auf halber Höhe des Hanges fällt uns auf, dass auf der linken Strassenseite eine Fahrverbotstafel aufgestellt ist. Auf der rechten Seite ist eine Tafel mit neugriechischen Hinweisen, die wir natürlich nicht verstehen. Da aber vor uns mehrere Autos abzweigen, folgen wir ihnen einfach. Zunächst ist die im Übrigen recht breite Strasse wunderschön ausgebaut. Plötzlich geht sie aber in eine bucklige Dreckpiste über. Als wir von einem entgegenkommenden Auto gekreuzt und zusätzlich von hinten noch überholt werden, sehen wir kaum noch etwas. Auf den nächsten gut zehn Kilometern wechselt die Strassenbeschaffenheit ständig. Mal fährt man durch Kieshaufen, mal muss man grossen Felsbrocken ausweichen. Wenn man die Felsen hochschaut, fragt man sich etwas bange, wo der nächste Stein wohl herunterfalle. Uns kommen aber ständig Fahrzeuge entgegen (auch Kühllaster), also kann es doch nicht ganz so gefährlich sein! Zwischendurch ist sogar wieder mal etwas Asphaltbelag vorhanden.Endlich kommen wir an eine Verzweigung, die nach Driopi hinaufführt. Ab hier ist die Küstenstrasse wieder normal befahrbar. Beim nachträglichen Studium des Peloponnes-Führers vom M.Müller-Verlag (hintere Umschlagklappe) sehen wir übrigens, dass diese Küstenstrasse gar nicht eingezeichnet ist. Ob wohl die gesuchte Strasse von gestern auch nur auf dem Zeichenbrett existiert? Nach den bisherigen Erfahrungen haben wir uns angewöhnt, bei jedem Wegweiser anzuhalten und zu kontrollieren, wo unser momentaner Standort ist. So machen wir dies auch kurz nach Psita, wo eine Abzweigung nach links nach Methana angezeigt wird. Bei dem Kartenstudium sehen wir, dass es sich um eine Halbinsel handelt. Kurz entschlossen folgen wir dem Wegweiser.

Auch hier wieder die positive Überraschung: Der Hauptort Methana ist wunderschön. Zwar stinkt es am Ortseingang gewaltig nach faulen Eiern. Dieser „Duft“ kommt von der Schwefel-Heilquelle direkt neben der Strasse. Dafür ist die lange Uferpromenade umso schöner. Kaum sind wir von „Schnüüfi“ herunter, verwickelt uns der Wirt der nächsten Taverne auch schon in ein Gespräch und führt uns zu seinen „besten“ Plätzen. Wie fein ist so ein frisch gepresster Orangensaft als Aperitif.

Bei der Weiterfahrt auf dem Festland kommen wir nach Galatas. Auch diese Ortschaft hat wieder ein sehenswertes Dorfbild. Als nächstes fahren wir durch Poros Marina. Eine Ortschaft dazu finden wir aber nicht. Nachträglich stellen wir fest, dass es eine Insel gleichen Namens gibt. Die Strasse führt jetzt wieder in steilen Serpentinen den Hügel (oder sagt man Berg?) hinauf. Auf der anderen Seite geht es etwas gemächlicher wieder hinunter ans Meer. Hier verläuft die Strasse direkt am Meer entlang. Zum Teil ist man mitten in meterhohem Schilf. Unseren nächsten Halt machen wir am Hafen von Ermioni. Hier geniessen wir eine herrliche Mousaka. Man merkt es überall: Touristen sind noch sehr wenige unterwegs. Nach dem Essen möchten wir eigentlich noch Portocheli besichtigen. Da aber auch hier die Beschilderung wieder sehr mangelhaft ist, werfen wir unsere Pläne mal wieder über den Haufen. Ich habe nämlich einen Feld-Wald-und-Wiesen-Wegweiser (bitte wörtlich verstehen!!) nach Kranidi entdeckt. Unser Feldweg führt uns über zahllose „Schlangenkurven“, Schlaglöcher und Gestrüppe direkt ins Zentrum. Und wie herrlich ist die Hauptstrasse durch diese doch grössere Ortschaft: Gefälle von zehn Prozent in den total verstopften Gassen durchs Zentrum sind normal. Nach der Ortsdurchfahrt herrschen zum Glück wieder normale Strassenverhältnisse. Kurz bevor sich die Strasse aus der Ebene wieder den Berg hinauf schlängelt, sehen wir ein für uns unbekanntes Naturwunder: die Dolinen von Didyma. Hier handelt es sich um gewaltige Vertiefungen mit einem Durchmesser von 150 Metern (eine davon an einer von weitem sichtbaren Felswand). Diese Dolinen sind durch das plötzliche Einstürzen von unterirdischen Hohlräumen entstanden.
Kurz vor Erreichen des nächsten Bergsattels meint meine Partnerin, wenn sie in die Ebene hinunterschaue, fühle sie sich fast wie im Flugzeug. Tatsächlich ist der Ausblick von hier oben wieder einmal herrlich.
Der Rest der Fahrt führt uns über die schon bekannte Strecke Neochori – Trachia – etc. nach Palea Epidavros zurück. Da für Morgen eine Transport-Etappe angesagt ist, darf sich „Schnüüfi“ wieder einmal im Bauch von „Schnuuf“ ausruhen.
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Donnerstag, 10. Juni 2004

Heute machen wir es kurz und schmerzlos: Wir verschieben uns auf der - vorgestern als langweilig dargestellten – Hauptstrasse von Palea Epidavros nach Drepano. Da wir ja die Bergetappe bereits mit dem Motorrad gefahren sind, wollen wir die vielen Steigungs- und Gefäll-Strecken unserem Womo nicht zumuten. Weil wir bereits kurz nach dem Mittag auf dem Camping Triton II in Drepano (--> Homepage)eintreffen, bleibt uns der ganze Nachmittag für die schriftstellerische Tätigkeit. Hiermit beende ich auch diesen Reisebericht wieder, während Mary immer noch krampfhaft an ihren Dankesschreiben herumstudiert!
Nachtrag: Der Campingplatz und die platzeigene Taverne haben uns sehr gut gefallen! Endlich einmal wieder richtig heisses Wasser. Die ganze Anlage ist sehr sauber und gepflegt (wo sonst werden nach dreiundzwanzig Uhr die Toiletten noch gereinigt?).

Camping Triton II, Drepano

Sauberer geht's nicht mehr!

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Freitag, 11. Juni 2004

Nachdem gestern fast ein Ruhetag herrschte, kann heute wie bei der Tour de Suisse beinahe von der Königsetappe gesprochen werden. Wir fahren von Drepano via den Hafen von Nafplio (kürzeste Strecke) der Küste entlang. Die auf unserer Karte eingetragene Panoramastrecke verdient diesen Namen absolut. Praktisch nach jeder Kurve hat man wieder eine komplett andere Landschaft vor sich.

Kurz vor Leonidia ist Schluss mit Küstenstrasse. Ab hier zweigt die Strasse ins Landesinnere ab. A Propos Leonidia: Hier erhalten wir einen Vorgeschmack dessen, was uns in den Bergen wahrscheinlich erwarten wird. Die Durchfahrt durch das Dorf verlangt präziseste Navigationsarbeit. Die Häuser rücken immer näher zusammen und die Balkone scheinen immer tiefer zu hängen. Mitten in der Ortschaft zeigt der Wegweiser Leonidia-Kosmas an. Hier ist aber kein Durchkommen! Auf beiden Strassenseiten sind Autos parkiert, sodass höchstens zwei Roller einander kreuzen könnten. Ein Einheimischer zeigt denn auch, dass wir links abbiegen müssen. Doch leichter gesagt als getan. Hinter uns hat sich bereits eine Kolonne angestaut und die ersten fangen zu hupen an. Also noch etwa zwei Meter vorziehen, damit die anderen links abzweigen können. Im Rückfahrvideo ist kein Fahrzeug mehr zu sehen, also kann auch ich wieder zurücksetzen. Bereits an der nächsten Kreuzung sind wir sehr froh um unsere auch auf Neugriechisch angeschriebene Karte. Auf den Wegweisern ist nämlich wieder einmal nichts für uns verständliches zu entziffern. Mit sorgfältigem „Bildvergleich“ finden wir uns doch noch zurecht und biegen auf die richtige Strasse ein. Ohne diese Orientierungshilfe hätten wir garantiert auf den nächsten zweihundert Metern umgedreht, weil wir niemals diese Strasse als Hauptstrasse
Richtung Kosmas eingestuft hätten. Kurz nach dem Dorfende verbreitert sich zum Glück die Strasse wieder auf ungefähr anderthalb Wagenbreiten.

Immer höher schraubt sich die Strasse durch das Tal des Daphnon die Berge empor. Es kommen uns sehr wenige Fahrzeuge entgegen, was in der Hochsaison wahrscheinlich kaum der Fall sein würde. Als wir auf der linken Strassenseite einen Ausstellplatz sehen, beschliessen wir, einen Revisionshalt einzulegen. Kaum ausgestiegen, kommen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus. Hoch oben an die Felsen des Parnon geklebt, erblicken wir das Kloster Elonis. Wie wir später dem Reiseführer entnehmen, wurde dieses Nonnenkloster im 15. oder 16. Jahrhundert erbaut.

Nach kurzem Halt setzen wir unsere Fahrt Richtung Kosmas fort. Wir überwinden von Leonidia bis dorthin eine Höhendifferenz von 1'150 Metern. In Kosmas angekommen, beginnt für mich erneut genaues Manövrieren. Nach der Ortstafel biegt die Strasse rechts ab. Haben wir irgendeine Abzweigung verpasst? Wir fahren nämlich jetzt durch eine enge, gepflästerte Gasse zwischen Häusern und kleinen Ställen bergab. Ein Kreuzen mit Entgegenkommenden wäre hier schlichtweg unmöglich. Plötzlich erweitert sich die Gasse und wir stehen mitten auf dem wunderschönen Dorfplatz. Geht die Strasse wirklich um die nächste Häuserecke weiter? Sie geht, aber dafür ist ein Auto auf der linken Strassenseite parkiert. Vorsichtig manövriere ich unseren „Schnuuf“ mit seinen zwei Metern zweiunddreissig Breite am Hindernis vorbei. Auch die Höhe von 3.12 passt knapp unter dem Balkon durch. Leider bemerke ich das Hindernis rechts nicht! In Gythio angekommen, stellen wir nämlich fest, dass unsere rechte Seite einige Beulen und Kratzer aufweist. Der Rest der Fahrt bis zum Campingplatz Meltemi (--> Homepage) verläuft ereignislos. Auch hier ist lediglich das Auffinden des Platzes das Problem. Anscheinend habe ich mich zu wenig seriös auf die Zielankunft vorbereitet. Nur so lässt es sich erklären, dass man zuerst vor, dann mitten und anschliessend nach der Ortschaft nach dem Platz sucht! Zur Ehrenrettung sei noch folgendes angemerkt: Die Campingplätze liegen eigentlich in der Gemeinde Mavrovouni!
Nach dem Platzbezug erkunden wir den Strand, der diesmal sandig und recht lang ist. Da ständig einige Jugendliche mit ihren Autos durch die Dünen rasen, wird recht viel Staub aufgewirbelt. Weil vom Meer her immer Wind weht, wird die Wolke ein Stück in den Platz hinein getragen. Auch der direkt neben den Wohnmobil-Stellplätzen liegende Sandparkplatz beschert uns die ganze Zeit Staub auf Tisch und Essen. Das nächste Mal würden wir den Camping Gythion Bay anfahren, den wir in der Zwischenzeit besichtigt haben. Dieser Platz hat eine bessere Infrastruktur und schönere Stellplätze zu bieten.

Camping Meltemi Mavrovouni (Gythio)

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Samstag, 12. Juni 2004

Heute besichtigen wir eine weitere „Peloponnes-Perle“, nämlich die Halbinsel Monemvasia. Schon die Fahrt von Gythio dorthin ist mit und für „Schnüüfi“ sehr genussvoll. Da wir nach dem Mittagessen starten, ist es allerdings recht warm. Zum Glück werden wir auf dem Motorrad durch den Fahrtwind herrlich gekühlt.
Dieser riesige Felskoloss vor uns muss sicher Monemvasia sein. Wie wir aus dem Reiseführer bereits wissen, ist er durch einen schmalen Damm mit dem Festland verbunden. Ein paar hundert Meter nach dem Damm ist es mit Fahren endgültig vorbei.

Durch das Stadttor betreten wir die holprigen, engen Gassen der Unterstadt. Hier bewegt man sich von Laden zu Laden. Es werden diverse Schmuck- und Souvenirartikel angeboten. Da all die reizvollen Gassen herrliche Fotomotive sind, darf auch ein Kiosk nicht fehlen, der alle möglichen Arten von Fotoartikeln (Filme, etc.) anbietet.

Bevor wir uns auf den Weg zur Oberstadt oben auf dem Felsklotz machen, gönnen wir uns eine kleine Stärkung. Wir kehren im „To Kanoni“ bei Yoannis ein. Beim Klang der klassischen Musik im netten Lokal fällt mir ein, dass ich im Reiseführer einen entsprechenden Hinweis gelesen habe.

Doch nun geht es an der nachmittäglichen Sonne hinauf zur Oberstadt. Je weiter man den Felshang emporsteigt, umso überwältigender wird der Anblick auf die Unterstadt und das umliegende Meer. Wenn man die wuchtigen Festungsmauern anschaut, kann man sich durchaus vorstellen, dass in früheren Zeiten die Leute hier oben gut geschützt lebten. Oben auf dem Plateau ist vor allem die relativ gut erhaltene Kirche Agia Sofia sehenswert. Von hier oben geniesst man auch einen herrlichen Ausblick auf die Bucht von Epidauros Limera. Gemäss dem Reiseführer war die Oberstadt seit dem 7. Jahrhundert bis 1911 bewohnt.
Die Wärme treibt uns bald einmal wieder vom Plateau hinunter. Wir geniessen auf der Rückfahrt nach Gythio einmal mehr den kühlenden Fahrtwind.

Monemvasia

Die Oberstadt

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Sonntag, 13. Juni 2004

Nach erfolgtem Verstauen und Verladen aller Habseligkeiten machen wir uns wieder einmal fahrbereit. Diesmal ist eine kurze Etappe vorgesehen, nämlich die Fahrt von Mavrovouri quer hinüber nach Areopoli und dann entlang der Panoramastrecke nach Stoupa. Zeitlich sind wir sehr gut dran. Da wir sowieso in Areopoli zuerst südlich abzweigen, um die Höhlen von Pirgos Dirou zu besuchen, könnten wir ja eigentlich noch weiter nach Süden…
Doch alles schön der Reihe nach. Bereits bei der Planung der Ferien haben wir uns vorgenommen, die Höhlen von Pirgos Dirou zu besuchen. Die öffentlich zugängliche Glifada-Höhle (3,4 km lang) wird per Kahn befahren. Kaum zu glauben, was man da alles an Stalaktiten und Stalagmiten sehen kann. Scheinbar unendlich setzen sich die unterirdischen Tunnels und Säle in braun und gelb fort. Durch die installierte Beleuchtung erscheint alles in einer märchenhaften Verzauberung. Sehr schön ist am Schluss der Besichtigung auch der 200 Meter lange Fussweg zum „Palast des Poseidon“ wo sehr eindruckvolle Gebilde zu sehen sind. Nach der Rückkehr ans Tageslicht steht noch ein kleiner Spaziergang zurück zum Parkplatz bevor.

Glifada-Höhle, Pirgos Dirou

Die Unterwelt

Im Womo legen wir eine kurze Verpflegungspause ein. Wie bereits vorher erwähnt, entschliessen wir uns nach dem Kartenstudium, den Weg Richtung Süden fortzusetzen. Auf unserer Karte ist nämlich auch dieser Teil der Küste als Panoramastrecke eingezeichnet. Um die Strecke zu beschreiben, möchte ich hier ein Zitat aus dem Peloponnes-Führer (Michael-Müller-Verlag, Seite 450) einfügen:

„Von Pirgos Dirou zum Kap Matapan
Die Reise ans Ende der Welt: Die Strasse windet sich durch die nackte, unwirtliche Küstenlandschaft. Die Landschaft von Pirgos Dirou zur Halbinsel Kap Matapan (ehem. Teanaron) gleicht einer Spielfilmkulisse, wenn die Hitze die Luft über dem Asphalt der Serpentinen flimmern lässt. Der Weg führt zum Matapan oder Tenaro, wie die Einheimischen sagen, dem neben Gibraltar südlichsten Punkt des europäischen Festlandes.“

Hier hat der Author absolut ins Schwarze getroffen. Das letzte Stück der Messa Mani (innere Mani) und das gemäss Karte als „asphaltierte Strasse“ eingetragene Stück hinunter nach Porto Kagio sind aber nur noch für absolut bergerfahrene Wohnmobilisten empfehlenswert! Die Bucht von Porto Kagio und das dort genossene Mittagessen waren den Abstecher aber auf jeden Fall wert.
Nach dem Mittagessen müssen wir leider bald wieder Abschied von Porto Kagio nehmen. Unser heutiges Etappenziel ist ja bekanntlich Stoupa, wo wir auf dem Camping Kalogra eine Nacht verbringen wollen. Wie bereits früher erwähnt, ist die ganze Route auf der Karte als Panoramastrecke eingezeichnet. Auch der unbekannte Teil nach Areopoli bis zum heutigen Etappenort ist dementsprechend interessant und schön.
Vorsicht: Auf keinen Fall die auf der Karte angezeigte, erste Einfahrt nach Stoupa benutzen! Nachdem uns ein hilfreicher Carchauffeur millimeterweise an seinem parkierten Bus vorbeigelotst hat, beginnt der Stress erst richtig. Nach verschiedenen Tafeln mit „verbotene Fahrtrichtung“ oder „Sackgasse“ führt endlich eine Strasse Richtung Meer hinunter. An den parkierten Autos vorbei geht es gerade so knapp. Plötzlich wird die Strasse aber noch schmaler und schon ist „Ende Feuer“. Mir bleibt nur der Rückzug, respektive das Rückwärts manövrieren aus der Gasse heraus. Zum Glück ist die Klimaanlage eingeschaltet. So gehen einige Liter Schweiss weniger verloren!
Auf der zweiten Abzweigung erreichen wir dann problemlos unseren heutigen Übernachtungsort. An der Rezeption werden wir von zwei ungefähr acht und sechs Jahre alten Knirpsen in Empfang genommen. In verständlichem Englisch fragen sie nach unserem Begehr und nehmen auch den Pass in Empfang. Nach dem Aufschreiben der persönlichen Daten erhalte ich den Pass wieder zurück. Beim Weiterfahren stoppt mich der Kleinere plötzlich nochmals. Die Bengel haben vergessen, die Passnummer aufzuschreiben! Zum Platz: relativ wenig Schatten, saubere Sanitäranlagen. Dazu sind WC und Duschen mindestens doppelt so gross, wie auf allen bisherigen Plätzen!! Auch liegt der Platz nur wenige Gehminuten vom Dorfzentrum entfernt, wo man am Abend herrlich flanieren kann. Zu unserer grossen Überraschung finden wir einen Super Market an der Promenade. Von aussen ist dieser sehr unscheinbar, hat aber innen die Ausmasse eines grösseren LIDL!

Abbildung: Promenade von Stoupa -

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Montag, 14. Juni 2004

Nach dem Morgenessen bezahle ich die Campinggebühr. Jetzt ist der Vater und Chef persönlich da. Meine Frage nach einem Bankomaten bejaht er. Dieser befinde sich auf der anderen Dorfseite am Ende der Strandpromenade. Er würde mir aber empfehlen, zu Fuss dorthin zu gehen, da ich kaum parkieren könnte. Wenn der wüsste!
Unsere heutige Tagesetappe führt von Stoupa über den Rest der Panoramastrecke nach Kalamata. Dort verzweigen wir hinunter zur Beach. Wir wollen nicht einfach mitten durch die Stadt fahren. Am Ende des Hafens dem Wegweiser Patras/Tripoli folgen! An der nächsten grossen Kreuzung muss man dann links Richtung Messini abzweigen. Am Eingangskreisel in Messini machen wir dann einen Rechtsschwenk, weil wir einen LIDL entdecken, wo wir uns wieder einmal dem Konsumrausch hingeben. Anschliessend führt die Fahrt quer über den ersten Peloponnes-Finger hinüber nach Pylos. Von dort geht es parallel zur Küste nach Methoni, wo kurz vor Ortsbeginn links abgezweigt wird. Nach ziemlich genau zwanzig Kilometern haben wir unseren neuen Aufenthaltsort, den Camping Amemomilos (--> Homepage)in Finikounda erreicht. Auch hier haben wir wieder einen Volltreffer gelandet. Die Anlagen sind toll in Schuss, die Bedienung sehr freundlich, und der Strand sehr lang und sandig. Wenn man den Platz verlässt, rechts um den Aussenzaun herum und den Hügel hinaufläuft, ist man bereits nach etwa 700 Metern im Zentrum von Finikounda. Betreffend dem Essen kann man sich übrigens auf den Peloponnes-Führer verlassen!

Camping Amemomilos, Finikounda

Heute kann ich endlich auch einmal meinen Schatz überreden, mit mir im Meer zu baden. „Ich mag jetzt nicht“, Wasser ist mir zu kalt“ und so weiter haben heute nichts genutzt!
Am Abend steht Fischessen in Finikounda auf dem Programm. In der Taverne To Kyma („die Welle“) schickt mich die Bedienung in die Küche zu „Mama“. Diese drückt mir eine Platte in die Hand und schickt mich weiter zum Mann am Grill. Er kommt mit mir zu den auf Eis ausgestellten Fischen. „Big or small? OK for you I take this one“, ist sein Kommentar, wobei er natürlich den grössten nimmt. Der Fisch wird ja schliesslich nach Kilopreis verkauft.
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Dienstag, 15. Juni 2004

Heute ist Relaxen, Schriftstellern und Kartenschreiben angesagt!
Am Abend essen wir wieder einmal „zuhause“. Es geht halt nichts über einen feinen, selbstgemachten Wurst-/Käsesalat. Zur Belohnung darf ich nachher an der Bar einen WM-Match schauen.
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Mittwoch, 16. Juni 2004

Am Nachmittag ist wieder einmal baden im Meer angesagt.
Wir haben beschlossen, am letzten Abend nochmals im Dorf vorne zu essen. Im Reiseführer wurde auch das Restaurant Elena empfohlen, wo wir wirklich ausgezeichnet essen. Die „Vorspeisenplatte für zwei Personen“ ist ein absoluter Renner. Auch der anschliessend servierte Fisch ist wirklich gut.
Während wir am Essen sind, läuft der Match Griechenland-Portugal. Dieser endet mit 1:1. Unten in den Strandrestaurants wird dementsprechend gejubelt. Auch wird jede Menge von Feuerwerk losgelassen. Nach dem Rückmarsch auf den Campingplatz beschliessen wir den Abend nochmals mit einem EM-Match im Internet-Cafe/Bar.

Finikounda

Gang durch's Dorf

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Donnerstag, 17. Juni 2004

Nach einem gemütlichen Zmorgen packen wir langsam unsere Siebensachen ein. Heute liegt eine sehr kurze Etappe vor uns, sodass wir keine Eile haben. Wir verschieben uns lediglich etwa 35 Kilometer bis nach Gialova auf den Campingplatz Erodios (--> Homepage). Dieser im Jahr 2001 neu eröffnete Platz ist absolute Spitze, was die Einrichtung anbelangt. So ist unter anderem im offenen Restaurant eine Leinwand mit Video-Beamer vorhanden. Hier sind die EM-Spiele herrlich anzuschauen. Das einzige was momentan noch etwas fehlt ist der Schatten. Die Bäume sind natürlich noch ziemlich klein.
Nach dem Platzbezug machen wir einen ausgedehnten Strandspaziergang. Der campingeigene Strand ist sehr gut gepflegt. Ebenso sind Sonnenschirme und Liegestühle zur freien Verfügung. Wir laufen den Strand entlang bis ins Dörfchen hinein. Dort muss die ausgeschwitzte Flüssigkeit wieder ergänzt werden.
Am Abend probieren wir das platzeigene Restaurant aus. Da wir hier wieder etwas weit vom Schuss sind, sind wir auf gute Verpflegung angewiesen. Wir haben auch hier wieder Glück!
Heute abend ist es bewölkt und ab und zu tropft es auch von oben herab. Morgen ist mit einem Regentag zu rechnen.
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Freitag, 18. Juni 2004

Die Wetterprognose hat sich teilweise bewahrheitet! Heute Morgen ist es relativ stark bewölkt. Nach dem Morgenessen entschliessen wir uns dennoch, einen Ausflug zu unternehmen. Wir sind ja schliesslich mit Regenjacken ausgerüstet. Auf unserem Weg der Golden Beach entlang müssen wir jedoch schon nach kurzer Zeit die Regenjacken „montieren“. Da der Regen immer stärker wird, denken wir ernsthaft ans Umkehren. Auf die andere Seite ist es aber zum Laufen viel angenehmer, wenn die Sonne nicht so herunterbrennt. Also laufen wir weiter. Petrus hat nach kurzer Zeit ein Einsehen mit uns und schliesst den Wasserhahn wieder. Auch lässt er die Sonne noch ein bisschen verborgen.

Der Aufstieg zum Paleo Kastro, der auf dem Kap Koryphasion gelegenen Festung ist so recht angenehm. Kurz bevor wir oben ankommen, wird die ganze Sache perfekt: Die Wolken verziehen sich zum grossen Teil und wir haben eine recht gute Fernsicht. Die noch recht gut erhaltenen, aus der venezianischen Zeit stammenden Mauerzinnen lassen uns wieder einmal staunen. Von hier oben hat man eine wunderbare Aussicht rundherum. Die damaligen Erbauer nahmen jede Annäherung schon von weitem wahr.

Für uns ist die unterhalb liegende Ochsenbauchbucht ein herrlicher Anblick. Für all die Touristen, die diese Bucht vergeblich suchten: Kommt hier herauf und orientiert Euch von oben!!
Auf dem Rückweg merken wir so richtig, wieviel Erbarmen Petrus beim Aufstieg mit uns hatte. Jetzt brennt nämlich die Sonne gnadenlos auf uns herunter. War der Hinweg tatsächlich so lange? Den anschliessenden Apero mit lokalem Weisswein haben wir uns redlich verdient.
Am frühen Abend hat sich die Wettervorhersage noch gänzlich erfüllt. Es begann nämlich kräftig zu regnen. Zum Glück sassen wir bereits beim Nachtessen und schauten Fussball. Da vom Schilfdach der grösste Teil des angesammelten Staubes herausgewaschen wurde, sah anschliessend unser WoMo dementsprechend aus. Vor der Weiterfahrt wird ganz sicher noch ein Bad fällig.
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Samstag, 19. Juni 2004

Nach dem Frühstück gilt es auch für „Schnüüfi“ wieder einmal ernst. Wir laden das Motorrad aus, da wir die nähere Umgebung etwas erkunden wollen. Zuerst suchen wir einmal (wie so viele Touristen vor uns) den Zugang zur Ochsenbauchbucht. Da wir von oben her ja wissen, wo wir suchen müssen, ist dies kein Problem. Es ist wirklich ein herrlicher Platz. Aber man merkt schon heute, dass deutlich mehr Leute dort sind. Wie sieht das erst an einem Wochenende in der Hauptsaison aus?
Nun suchen wir den gemäss Karte vorhandenen, küstennahen Weg Richtung Marathopoli. Irgendwo in der Umgebung von Petrochori hat dann „Schnüüfi“ genug. Plötzlich gibt der Anlasser den Geist auf. Ab sofort ist Sportlichkeit angesagt, muss doch das Motorrad jedesmal angeschoben werden! Wir lassen uns den Tag aber nicht verderben und fahren der Küste entlang weiter. Das Fischerdörfchen Marathopoli ist tatsächlich so schön, wie es im Reiseführer beschrieben wurde. Unser Weg führt uns der Küste entlang bis nach Filiatre hinein. Eigentlich möchte ich noch ein bisschen Bergstrassen unter die Räder nehmen. Da ich auf der Karte gesehen habe, dass rechts oberhalb dieser Ortschaft der Mt. Kiparissias (1225 M) liegt, versuche ich einfach, einen Weg in die entsprechende Richtung zu finden. Doch so einfach ist dies in Filiatre nicht! Das Dorf besteht nämlich zum grossen Teil aus aufgerissenen Strassen, Abbiegeverboten links/rechts und Umleitungen. So muss man praktisch an jeder zweiten Strassenkreuzung das nächste Schotterbett passieren. Doch irgendwie und irgendwann schaffe ich es doch. Ich sehe nämlich einen Wegweiser, auf dem irgendeine Ortschaft (Entfernung 12 km) angeschrieben ist. Da die Richtung einigermassen zu stimmen scheint, fahren wir halt drauflos. Vom Gelände her ist es genau das, was ich gesucht habe. Es geht den Berg hoch, dann ins nächste Tal hinunter. Auch die Kurven folgen sich in endloser Reihe. In Plati oben suchen wir vergeblich die auf der Karte als „befahrbaren Feldweg“ eingezeichnete Verbindung nach Mali, d.h. auf den höchsten befahrbaren Punkt des Berges. So fahren wir halt quer hinüber nach Christiari und von dort wieder über mehrere Hügelzüge hinunter nach Filiatra. Aus Hunger- und Durstgründen (es ist schliesslich auch schon mehr als vierzehn Uhr) beschliessen wir, auf der Hauptstrasse zurück zum Campingplatz zu fahren.
Im Laufe des Nachmittags fährt ein zweiter Laika neben uns hin. Sofort entsteht eine angeregte Diskussion mit dem netten Ehepaar (Adi und Irene). Auch sie sind (nach zwei Hymer-WoMos) begeisterte Laika-Besitzer. Betreffend unseres Montags-Modells empfiehlt mir Adi, mich direkt mit dem Werk in Verbindung zu setzen. Da mir bereits in Finikounda der Wiener Laika-Besitzer den gleichen Rat erteilte, könnte plötzlich ein Herbsturlaub in der Toskana auf uns zukommen!
Den Rest des Tages verbringen wir recht ruhig. Erst nach dem Nachtessen wird es plötzlich sehr interessant. Die EM-Begegnung zwischen Tschechien und Holland entwickelt sich nämlich zum besten bisherigen Spiel der Meisterschaft. Im Restaurant steigen die Begeisterung und der Lärmpegel immer mehr an. Selbst meine Partnerin kann ihren gewohnten Fernsehschlaf nicht geniessen! Das Resultat von 3:2 für Tschechien wird von allen begeistert beklatscht.
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Sonntag, 20. Juni 2004

Unser letzter Tag auf dem Campingplatz ist wieder einmal angebrochen. Aus diesem Grund stehen bereits die ersten Aufräumarbeiten an. Ich habe nämlich noch die Tagesberichte der letzten paar Tage nachzuholen, was hiermit geschehen ist. Mary widmet sich unterdessen ihren letzten Karten. Im Laufe des Nachmittags werden wir sicher auch nochmals (mindestens bis zu den Füssen) ins Wasser gehen.

Aber eben, wir haben uns inzwischen zu Spezialisten für unerwartete Programmänderungen gemausert: Wir gehen nicht ins Wasser, sondern steigen auf den Töff. Wir haben nämlich auf dem Herweg bewusst die Festung von Methoni ausgelassen. Aufgrund der kurzen Distanzen haben wir damals beschlossen, irgendwann nochmals zurückzufahren. In der Zwischenzeit hat unser Laika-Nachbar uns ebenfalls empfohlen, diese Bauwerke noch anzuschauen. Ebenso hat er uns auf das an der Strasse nach Methoni liegende Aquädukt aufmerksam gemacht. Diese uralte „Wasserleitung“ ist uns schon bei der Herfahrt aufgefallen. Auf der Fahrt nach Methoni wird uns bewusst, dass die Strasse doch relativ schmal ist. Mit dem Wohnmobil ist uns dies eigentlich gar nicht so sehr aufgefallen.

Dafür überrascht uns die Grösse und Weitläufigkeit der Festung umso mehr. Am südlichen Ende gelangt man über eine Brücke auf eine kleine Felseninsel. Auf dieser steht der von den Türken im 16. Jahrhundert erbaute Bourtzi-Turm. Die Festung selbst wurde aber bereits im 12. Jahrhundert durch die Römer erbaut. Im August 1500 wurde sie von etwa 100'000 türkischen Soldaten nach über einmonatiger Belagerung eingenommen.

Auf der Rückfahrt ergänzen wir in Pylos wieder einmal unsere Barmittel. Wir haben mindestens drei Automaten entdeckt, die nur darauf warten, uns ihre Vorräte anbieten zu dürfen. Leider sind wir aber von der Athmosphäre am Hafenplatz enttäuscht. Entgegen dem Bericht im Reiseführer finden wir dort nur „tote Hose“. Die Tavernen entsprechen nicht den Erwartungen, ebenso sind praktisch keine Leute anzutreffen. Aus diesem Grund fahren wir zurück auf den Campingplatz und geniessen dort „Spanferkel vom Ofen“ und Fussball.
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Montag, 21. Juni 2004

Mary hat es geschafft! Sämtliche Karten sind geschrieben, frankiert und im Briefkasten vor der Rezeption deponiert! Auch das Wohnmobil steht bereits auf dem Waschplatz neben dem Empfang. Nach dem Bezahlen der Campinggebühren habe ich nämlich bereits mit dem Chef vereinbart, dass unsere fahrbare Unterkunft noch gewaschen wird.

Deshalb lasse ich mir von meiner Allerliebsten den Wasserschlauch aufs Dach hinauf bieten. Anschliessend gebe ich das Kommando zum „wasserlösen“. Leider fehlt aber der Schlüssel am Hahnen. Also muss mein Liebling auf dem ganzen Platz den Chef suchen gehen. Dieser hat sich aber anscheinend irgendwo verkrochen. Auch die Grossmutter am Empfang weiss keinen Rat und schickt meine Partnerin wieder zurück zum Minimarkt (wo sie ja gerade war). In der Zwischenzeit erscheint zum Glück einer der Angestellten, der weiss, wo am Empfang der Schlüssel versteckt ist. Endlich muss ich nicht mehr arbeitslos auf dem Womo-Dach herumstehen. Bis meine Partnerin vom Duschen und anschliessenden Abschiedsgespräch zurückkehrt, ist auch unser Womo wieder einmal etwas sauberer geworden. Wir machen uns deshalb bald einmal auf den Weg. Da wir heute einen Campingplatz möglichst nahe an Patras anfahren wollen, steht uns eine längere Etappe bevor. Unterwegs möchten wir eigentlich auch noch einen kurzen Abstecher Richtung Olympia unternehmen. Unsere Fahrt führt uns auf der Hauptstrasse von Gialova über Hora – Gargaliani – Filiatra – Kyparissia – Zacharo Richtung Pyrgos. Etwa zwanzig Kilometer vor Pyrgos sehe ich einen Wegweiser Richtung Olympia. Sofort schwenke ich auf die Nebenstrasse ein. Diese führt uns wieder einmal schön querfeldein und hügelauf/–ab immer näher an Olympia heran. Dort angekommen, bietet sich das gewohnte Bild: Auf den grossen Parkplätzen sieht man die Womos nicht gerne. Die Buschauffeure weisen uns sofort von „ihren“ Plätzen weg. Aus diesem Grund müssen wir uns an einer steilen Nebenstrasse zwischen die schon dort parkierten Autos zwängen. Der anschliessende kurze Rundgang durch den Ort zeigt einmal mehr, dass Griechenland den olympischen Spielen sehr gelassen entgegensieht. Überall sind noch Baustellen von Grossparkplätzen, Museen, Brücken, Trottoirs etc. anzutreffen. Bei Eröffnung der Spiele werden wahrscheinlich einige von ihnen noch nicht beendet sein.

Olympia

Vor Beginn der Spiele

Der Rest der Fahrt bis auf den Camping Ionian Beach in Glifa (--> Homepage) verläuft problemlos. Man merkt lediglich, dass der Verkehr immer stärker zunimmt, je näher man Patras kommt. Als kleiner Tipp ist hier zu erwähnen, dass man mit Vorteil die Hauptstrasse erst bei der zweiten Abzweigung Richtung Vartholomio verlässt. Was hier allenfalls noch zu beachten ist: Auf den Wegweisern ist eigentlich nur einmal die Ortschaft Glifa zu finden. Anschliessend muss man einfach stur der Nase nach fahren und weder links noch rechts schauen. Auch wenn dann plötzlich auf dem Wegweiser Loutra Kyllinis auftaucht, stimmt die Richtung immer noch. Einzig die letzten neunhundert Meter könnten noch kritisch werden. Die Strasse ist nämlich nur gerade noch wagenbreit. Auf halber Distanz ist noch eine Ausweichmöglichkeit. Dafür ist der Platz selber wieder umso empfehlenswerter. Wir haben es jedenfalls bedauert, dass wir nur noch zwei Nächte bleiben konnten.

Camping Ionian Beach, Glifa

Eine der Perlen!!

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Dienstag, 22. Juni 2004

Heute ist der allerletzte Ruhetag auf griechischem Boden angesagt. Wir machen es uns vor dem Wohnmobil gemütlich und geniessen den Tag bei Sonne, Wein und Literatur. Am Nachmittag geniessen wir noch den Schatten und die Ambiance der Strandbar. Vor dem (selbstgekochten) Nachtessen bezahle ich noch die Platzgebühren, damit wir am Morgen vor dem Öffnen des Empfanges wegfahren können.
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Mittwoch, 23. Juni 2004

Um sieben Uhr dreissig machen wir uns pünktlich auf die griechische Schlussetappe. Zwar ist diese bis in den Hafen von Patra nur etwa 80 Kilometer lang (und gemäss Reiseführer in 90 Minuten zu bewältigen), doch man weiss nie! Da unsere Fähre Richtung Ancona um 14:30 Uhr losfährt, sollten wir bis etwa 11:30 Uhr eingecheckt haben.

Heute merken wir den morgendlichen Berufsverkehr. Sonst haben wir nie soviele Fahrzeuge bemerkt. Vor allem die Lastwagenchauffeure sind um diese Zeit schon tüchtig gestresst. Auf dem Weg zurück zur Hauptstrasse müssen wir dies zum ersten Mal zur Kenntnis nehmen. Wir haben annähernd die Hälfte einer schmalen Brücke befahren, als von der anderen Seite ein Riesen-Brummi rücksichtslos die Brücke für sich beansprucht. Uns (und den hinter uns angestauten Fahrzeugen) bleibt gar nichts anderes übrig, als die Brücke und die Strasse dahinter für den Brummer freizumachen. Auch auf der Hauptstrasse Richtung Patra sehen die Verhältnisse ähnlich aus. Die entgegenkommenden Lastenzüge kennen heute kein Pardon: Einmal die Lichthupe betätigt, und dann wird überholt! Auf der gut zweispurigen Strasse müssen halt der Überholte und der Entgegenkommende weichen, damit genug Platz vorhanden ist. Was soll’s, dann passen wir halt noch besser auf, damit wir ja kein „Leuchtsignal“ übersehen!Die Fahrt bis hinein nach Patras verläuft soweit ereignislos.

Hier noch ein Tipp für alle, die zum letzten Mal günstig tanken wollen: Etwa zwölf Kilometer vor Patra sind entlang der Hauptstrasse keine Tankstellen mehr! Umso grösser ist natürlich die Versuchung, auf Stadtgebiet bei der ersten, grossen Tankstelle (Shell) zu tanken. Fahrt unbedingt weiter! Bis zum Hafen kommen noch etwa fünf weitere Tankstellen. So ab der dritten Tankstelle sind die Preise um gute ACHT Cent tiefer!

Apropos Hafen: Die Signalisation ist natürlich auch in Patras hervorragend schlecht. Wir haben Eingangs Stadt einen Wegweiser „Port“ gesehen, und dann fast nie mehr. Einfach immer geradeaus weiterfahren. Als wir bereits glaubten, das Meer zu riechen, erblicken wir nochmals einen kleinen Hinweis, dem wir natürlich folgen. Aber nicht sehr weit: Etwa zweihundert Meter weiter ist nämlich plötzlich eine hohe Mauer gerade vor uns. Was nun, fahren wir jetzt rechts oder links? Wir entscheiden uns für rechts. Die Strasse wird immer schmaler und unpassierbarer. Zum Glück sieht eine junge Frau am Strassenrand unsere ratlosen Gesichter. Gestenreich bedeutet sie uns, an der nächsten Kreuzung nach rechts und an der übernächsten nach links abzubiegen. Irgendwie kommt mir dies jedoch etwas komisch vor. Meint sie wohl, wir müssten nach Athen?? Bei nächst bester Gelegenheit (Kiosk an der Kreuzung) fragen wir nochmals nach. Zum Glück, denn wir erhalten die Auskunft, nach rechts abzubiegen und etwa dreihundert Meter weiter vorn dem Wegweiser zu folgen. Natürlich landen wir schlussendlich genau wieder vor unserer Mauer. Doch wissen wir jetzt, dass wir links abbiegen müssen! Am Hafen unten stellt sich die gleiche Frage nochmals: Rechts oder links? Um es kurz zu machen, die Haupteinfahrt in den Hafen (Gate 7) ist RECHTS zu finden. Die nette Dame vom Zoll erklärt uns, dass wir zum Einchecken das Hafengelände nochmals verlassen müssten. Zu Fuss machen wir uns auf den Weg zum Superfast-Büro. Das Hafengelände kann ungefähr dort wo die Strasse (links/rechts) herunterkommt, durch ein für Fussgänger offenes Tor unkontrolliert verlassen werden. Wo bleibt da die Sicherheit??

Nach dem Einchecken setzen wir uns noch eine Weile ins WoMo und beobachten das Treiben im Hafen. Gespannt schauen wir mit dem Feldstecher, ob wir auf dem offenen Meer draussen unsere Fähre entdecken können. Eigentlich müsste sie nach Fahrplan bald auftauchen. Der von mir beim ersten Betrachten als Leuchtturm eingestufte Gegenstand entpuppt sich dann doch plötzlich als unsere einlaufende Fähre. Wir können von unserem Logenplatz aus das Anlegen unseres Transportmittels in aller Ruhe verfolgen.

Nachdem der grosse Ausladeverkehr nachgelassen hat, begeben auch wir uns mit unserem WoMo in den Warteraum. Unsere Überraschung ist relativ gross, als plötzlich das griechische Wachpersonal bei uns am WoMo auftaucht. Zum ersten Mal werden wir kontrolliert, ob wir keine Menschenschmuggler sind. Wir müssen sämtliche Innenräume aufmachen, sodass nachgeschaut werden kann. Und dies alles in Kampfstiefeln auf unserem sauberen Parkett! Anschliessend dürfen wir auf die Fähre fahren, wo wie gewohnt Millimeter-Arbeit beim Rangieren angesagt ist. Da Superfast ja kein Camping on Board mehr anbietet, müssen wir zum zweiten (und hoffentlich auch letzten) Mal unseren Hühnerstall (Legebatterie!!) beziehen.
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Abbildung: Wieder einmal unsere beiden Transportmittel -

Donnerstag, 24. Juni 2004

Die Überfahrt verlief ruhig. Die grösste Überraschung für uns war der Zwischenstopp in Igoumenitsa. Wie hat sich doch der Hafen seit dem letzten Jahr verändert! Wir können es kaum glauben. Die ganze Hafenanlage ist topmodern mit riesigen Parkplätzen und einem brandneuen Abfertigungsgebäude, in dem sämtliche Schifffahrtsgesellschaften ihre Büros haben. Direkt ausserhalb der Hafenanlage ist bereits der Autobahnanschluss (inklusive Mautstelle) zu finden. Man sieht, die olympischen Spiele nahen!

Nach dem pünktlichen Anlegen in Ancona fängt für uns die grosse Warterei an. Ein frühes an Bord gehen, kann halt auch ein Nachteil sein. Wir müssen mehr als eine Stunde warten, bis auch wir endlich die Fähre verlassen können. Dadurch gerät unser Zeitplan ein wenig durcheinander. Hoffentlich macht unser Grappa-Lieferant in San Marino keine Mittags-Siesta!

Kurz vor vierzehn Uhr stehen wir vor der (Gott sei Dank) geöffneten Ladentüre. In gewohnt freundlicher Art werden wir beraten und bedient. Nach der Degustation eines lokalen Grappas wissen wir einmal mehr, dass wir bei unserem „Grappa di Moscato“ bleiben. Zu guter Letzt gibt uns der Verkäufer auch noch einen Gratis-Weisswein zum Degustieren mit. A l’anno prossimo!!

Auf der Rückfahrt in die Schweiz kommen wir sehr gut voran. Unterwegs fahren wir zwar an einem Unfall auf der Gegenrichtung (umgekippter Anhänger mit verlorener Backstein-Ladung) vorbei, was auch auf unserer Seite einen kurzen Stau verursacht. Einzig die Zahlstelle nach der Tangentiale Ovest in Mailand ist Horror pur! Nach dem Bezahlen an den unzähligen Kassen muss wieder auf drei Spuren eingereiht werden. Seit Jahren herrscht dort unablässig Krieg, versucht doch jeder, eine möglichst schnelle Spur zu finden. Keinem kann dies natürlich gelingen und so braucht es einige Zeit, bis jeder wieder „normal“ eingereiht ist!
Da ich langsam etwas müde werde, beschliessen wir, noch eine Nacht im Tessin zu verbringen. Nachdem wir die Grenze in Chiasso ohne Kontrolle hinter uns gebracht haben, steuern wir um 20:40 Uhr den Camping Lido Mappo (--> Homepage) in Tenero an. Dieser mir schon seit über zwanzig Jahren bekannte Platz verfügt über einen sehr hohen Komfort. Schnell ab unter die Dusche und anschliessend im Platzrestaurant noch eine Pizza verdrücken!
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Freitag, 25. Juni 2004

Nach einem gemütlichen Frühstück und dem Bezahlen der Platzgebühr hält uns nichts mehr im Tessin. Unsere letzte Etappe führt uns via San Bernardino zurück nach Mollis, wo wir kurz vor dem Mittag wohlbehalten ankommen!
Abschliessend können wir feststellen, dass wir wunderschöne Ferien in Griechenland verbracht haben. Auch wenn wir in den nächsten Jahren wieder den Peloponnes besuchen sollten, werden wir noch sehr viele von uns unentdeckte Gebiete finden!
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