Nord-Griechenland |
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Juni 2003
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Samstag, 07.06.03
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Aufgrund des zu erwartenden Pfingst-Reiseverkehrs beschlossen wir, die Reise um Mitternacht zu beginnen. So rechneten wir damit, allfällige Staus ohne Stress zu überstehen und trotzdem bis spätestens um etwa fünfzehn Uhr in Ancona anzukommen. Für Camping on Board muss man ja bekanntlich drei Stunden vor Abfahrt, d.h. in unserem Fall um 16:00 Uhr einchecken. |
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Nach diversen Vor- und Rückfahr-Manövern finden wir einen Parkplatz direkt neben der Anlegestelle unserer Fähre. Aber auch hier müssen wir nochmals weichen. Ein Hafenarbeiter erklärt uns mit Händen und Füssen, dass genau hier das Vorseil für das Ankertau runtergeworfen werde! Also nochmals umparken und schauen, was dann geschieht. Und es ist tatsächlich ein interessantes Spektakel das geboten wird. Wir können uns nämlich kaum sattsehen am Fähren-Ameisenhaufen. Was da alles aus dem Bauch des Schiffes hervorquillt ist fast unheimlich. Mehrere hundert Lastenzüge, Autos, Campingfahrzeuge und Motorräder verlassen den dunklen Bauch des Kolosses. Was für ein Durcheinander auf dem Kai! Uns kommt es jedenfalls so vor. Da wir ja noch viel Zeit haben, schauen wir beim anschliessenden Neubeladen der Fähre zu. Der Hafenmeister und seine "Pfeifenmänner" dirigieren virtuos Fahrzeug um Fahrzeug vorwärts oder rückwärts in den Schiffsbauch. Auch beim Beladen staunen wir, was da alles in der Fähre verschwindet. |
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Nach der Abfahrt der Mittags-Fähre dürfen auch wir um zwei Uhr in den Bereitstellungsraum fahren. Als dann endlich der Zeitpunkt für unser Boarding kommt, stellte sich für uns nur eine Frage: Kriegen wir einen guten Platz auf dem Campingdeck? JA, wir haben ihn gekriegt! Wir können uns ganz aussen in die zweite Reihe stellen. Dies ist absolut herrlich, sind wir doch so an der frischen Luft. Nachdem wir uns mit Strom versorgt haben, gehen wir sofort auf das zweitoberste Deck. Wir schauen von dort oben (gemütlich neben der Bar sitzend) nochmals zu, wie eine Fähre beladen wird. Nach Abfahrt der Fähre ziehen wir uns in unsere Behausung zurück und legen uns bald schlafen. |
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Sonntag, 08.06.03
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Trotz der im Alkoven spürbaren Schiffsbewegungen haben wir wie die Murmeltiere bis in die späteren Morgenstunden hinein geschlafen. Nach dem Aufstehen und der Morgentoilette trinken wir an der Bar den obligatorischen Morgenkaffee. Anschliessend verziehen wir uns aufs oberste Deck und geniessen dort die Sonne. |
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Montag, 09.06.03
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Heute fahren wir weiter Richtung Thessaloniki. Da wir etwas von Griechenland sehen möchten, haben wir uns entschlossen, die Berge zu überqueren und zu umfahren. Wir fahren deshalb weiter aufwärts nach Distomo (ist im Winter ein griechischer Skiort). Nachher geht es wieder abwärts in Richtung Livadia. Anschliessend fahren wir auf der anderen Seite des Gebirges über Amfiklia nach Bralos. Dort zweigen wir rechts Richtung Autobahn ab. Auf dieser geht s dann Richtung Thessaloniki. Hier fällt uns vor allem auf, dass sehr viele Autobahnteilstücke im Bau sind. Im Hinblick auf die olympischen Spiele im nächsten Jahr muss noch sehr viel vollendet werden! |
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Eingangs Thessaloniki zweigen wir links auf die "Ring Road" ab, welche die Stadt umfährt. Die Planer haben hier auch einige Fehler gemacht, sind doch am Anfang praktisch an jeder Einfahrt Lichtsignale. Dadurch wird ein guter Verkehrsfluss total ausgebremst. |
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Dienstag, 10.06.03
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Was für eine Sch.. Idee wir gestern Abend noch hatten! Mary wollte unbedingt am Morgen früh an die Beach runter gehen (immer dieser Ouzo!). Natürlich habe ich ihr zugestimmt und sie heute morgen um halb Sieben geweckt. Als wir unser WOMO verlassen, sperrt Ioannis gerade das Hoteltor auf. Wir gehen runter zum Strand und dort passiert wieder mal ein Ungeschick: Der relativ grobe Sand und unsere Badeschlappen wirken zusammen wie Schmirgelpapier. Unsere ach so feinen Zehen danken uns dies mit mehreren offenen Stellen, die uns in den nächsten Tagen ziemlich behindern werden. Als wir um neun zum Morgenessen erscheinen, will uns Fränzi nicht glauben, dass wir schon lange auf sind. Ersts Ioannis Bestätigung, dass wir gewartet hätten bis er das Tor öffnete, befriedigt sie. Der heutige Tag vergeht natürlich extrem schnell, gibt es doch viel zu erzählen. Am Abend werden wir mit einem herrlichen Pastitsio aus der Hotelküche verwöhnt. Leider sind Andere von uns ebenso begeistert: Wir werden von den Mücken umschwärmt. Vor allem das neue Au-Pair Andrea wird fast leergesaugt. |
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Mittwoch, 11.06.03
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Heute habe ich eine verantwortungsvolle Aufgabe. Ioannis hat aus der Schweiz einen Roboter mitgenommen. Mit diesem "Pool-Boy" kann der Grund des Hotel-Pools von Schlamm befreit werden, welcher beim Befüllen des Pools aus den Wasserleitungen kommt. Da sich Ioannis um die Hotel-Angelegenheiten kümmern muss, übernehme ich die manuelle Steuerung des von Fränzi "Emma" getauften Roboters. Dabei passiert mein nächstes Missgeschick. Ich rutsche am Poolrand aus und falle in den Kinderpool. Hier schlage ich mit dem Rücken auf dem Rand auf und fange mir eine Prellung und viele,viele bunte... Flecken, nicht Smarties ein. Nach der erfolgreichen Reinigung des Pools gilt es für uns schon bald wieder Abschied zu nehmen. Unser nächster Übernachtungsort soll irgendwo auf Sithonia (zweiter Chalkidiki-Finger) liegen. Im Prospekt (Sunshine Camping Club), den wir in Delfi auf dem CP erhalten haben, sind zwei mögliche Plätze verzeichnet. Da uns der erste Platz überhaupt nicht gefällt, beschliessen wir, auch andere Plätze anzuschauen. Leider werden wir nicht fündig. Als wir bereits leicht ungeduldig werden, taucht endlich der zweite Club-Platz auf. Dieser entspricht unseren Erwartungen recht gut. Vor allem finden wir einen tollen Strand vor, ebenso sind die sanitären Anlagen gut. Weitere Angaben zum Armenistis Camping in Akti siehe Homepage. |
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Donnerstag, 12.06.03
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Den heutigen Tag geniessen wir mit faulenzen und waschen. Zum Waschen gibt es hier noch eine Episode zu erzählen: Da wir nicht wissen, ob und wo man Jetons für die Waschmaschine herbekommt, gehen wir im Mini Market fragen. Ich versuche mich mit Englisch mit der Kassiererin zu unterhalten. Diese weiss nicht, was ich will und ruft ihren Chef. Nochmals versuche ich, unser Anliegen vorzubringen. Plötzlich fragt mich der Chef: "Do you speek English?" Ich mache dies jetzt schon etwa zehn Minuten! |
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Freitag, der 13. 06.03
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Entgegen der schlechten Kombination von Wochentag und Datum beginnt der Tag recht gut: Die verspätet und verschlafen eintreffende Receptionistin gibt uns 20% Rabatt. Sie erklärt uns, dass wir den Sunshine-Prospekt bei jedem angeschlossenen Campingplatz vorweisen können und so Rabatt erhalten. Danke! |
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Zum Glück müssen wir bei der Ankunft in Keramoti nur ungefähr zwanzig Minuten warten, bis wir auf die Fähre fahren können. |
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Auch hier wieder werden wir millimetergenau eingewiesen. Für mich fast ein Wunder, dass kein einziges Auto mit mehr Beulen als vorher herumfährt! |
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Schon bald legen wir in Limenas (amtlich Thassos-Stadt) an. Einmal mehr ist die Beschilderung relativ schlecht. Doch diesmal lasse ich mich nicht mehr erwischen. Ich drehe nochmal eine Runde zum Hafen hinunter. Dort kann ich auf dem Hauptwegweiser nochmals schauen, wie Panagia auf griechisch geschrieben wird. So können wir uns nachher richtig einordnen und finden dann auch im Ort auf Anhieb die Abzweigung Richtung Golden Beach. Unten angekommen braucht es dann allerdings noch ein mal ein Wendemanöver (mit umgekippter Mülltonne), bis wir die Platzeinfahrt gefunden haben. |
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An der Reception beginnt dann ein unerwarteter Nervenkrieg: Als ich der Empfangsdame meine Identitätskarte (schweizerischer Personalausweis) vorlege, verlangt sie meinen Pass. Ich erkläre ihr, dass für Schweizer Bürger in Griechenland die ID-Karte als amtliches Dokument genüge. Aus diesem Grund brauche ich gar keinen Pass mitzuführen. Denkste! Als Betreiberin des Campingplatzes verlange die Gemeindebehörde von Panagia seit diesem Jahr die Vorlage eines Passes. Alle Argumente in Richtung ignorieren des geltenden internationalen Rechtes von Seiten der Gemeindebehörde wurden von der Dame nicht zur Kenntnis genommen. Ihre einzige Antwort: "I need my job". Schlussendlich holte ich dann doch den sicherheitshalber mitgeführten Pass! Für mich ist damit die Angelegenheit aber noch nicht erledigt. Es darf doch nicht wahr sein, dass sich irgendwelche Lokal-Helden einfach so über internationale Abmachungen hinwegsetzen können! |
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Golden Beach Camping, Panagia
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Am Abend besuchen wir das erste Restaurant (Pizza). Da wir vorher schon einen Apero genossen, haben wir zu wenig Appetit für die Riesen-Pizzas und müssen die Hälfte stehen lassen. |
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Samstag, 14.06.03
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Heute ruhen wir uns im Schatten unserer wunderschönen Markise aus und geniessen das Nichtstun (gerätselt und gelesen wird natürlich trotzdem). Im Laufe des Nachmittags gehen wir auch den supersauberen weissen Sandstrand testen. Auch das Wasser ist kristallklar. Die Lufttemperatur liegt tagsüber um die 34 Grad. Nachts geht die Temperatur leider nur bis knapp über zwanzig Grad zurück. |
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Sonntag, 15.06.03
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Tagwache ist heute um 5:30, da wir den Sonnenaufgang am Strand unten sehen und filmen wollen. Wir treffen am Strand unten auch drei Frauen, die anscheinen dort übernachtet haben. Bereits werden auch schon Liegestühle und Sonnenschirme in Reih und Glied aufgestellt. Diesmal bewegen wir uns ans andere Ende der Bucht, dh. nach Skala Potamias. Auch hier hat es wieder einige Restaurants, die wir gelegentlich "durchtesten" werden. |
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Montag, 16.06.03
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Heute Morgen werden wir um 08:30 Uhr durch laute Motorengeräusche geweckt. Was ist los? Ein erster Blick aus dem Fenster zeigt, dass direkt vor unserem WOMO zwei Reisecars voller Leute stehen. Eilends kleiden wir uns an, damit wir aus der Nähe feststellen können, was das Ganze soll. Das Rätsel löst sich bald auf: Neben uns steht eine ganze Reihe mit Einheits-Zelten. Diese sind anscheinend von einem slowakischen Reiseveranstalter belegt. Heute findet nun der Austausch der Leute statt. Zwei Cars voll mit Neuen gegen zwei Cars mit Alten! Dabei sind insbesondere die Alten zu bedauern, mussten sie neben dem Abschieds-Schmerz auch noch die Wartezeit bis zur Abfahrt (17:30 Uhr) überstehen! |
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Dienstag, 17.06.03
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Heute habe ich mich nach dem Morgenessen endlich dazu hinreissen lassen, den Laptop auszupacken. Hiermit beendige ich um ungefähr sechzehn Uhr die Berichterstattung bis zum heutigen Tag und gehe jetzt blitzartig ins Wasser (hähähä). |
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Mittwoch, 18.06.03
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Das Wetter zeigt sich eher von der bedeckten Seite. Aus diesem Grund beschliessen wir, meinen Internet-Bekannten Ulrich Herzog zu überfallen. Er hat bei seinem letzten E-Mail vor den Ferien angekündigt, dass er in dieser Zeit sein Haus hier unten einrichten werde. Auf Grund der in seiner Einladung ("komm doch einmal vorbei") gemachten Wegbeschreibung glaube ich, den richtigen Weg zu kennen. Wir machen uns (natürlich zu Fuss, damit unser Fitnessprogramm nicht zu kurz kommt) auf den Weg. Nachdem wir uns zweimal mit Händen und Füssen die Bestätigung einholen, dass wir auf dem richtigen Weg sind, treffen wir auf der Baustelle ein. Gross ist die Überraschung von Ulli und seinem Bruder, als plötzlich zwei ""Helveticos" eintreffen, die bei der Hausreinigung stören. Wir sind begeistert von der Aussicht und es ergibt sich eine angeregte Diskussion. Gerne bestätige ich Ulli, dass seine per E-Mail gegebenen Tipps (Campingplatz Golden Beach, Restaurant vor dem CP, Restaurant Sotiris, etc.) alle Gold wert sind. Er empfiehlt uns in Skala Potamias noch die "Taso's Taverna". Diesmal ist unser Forscherdrang aber schneller gewesen, haben wir doch bereits gestern Abend dort gegessen! Um die beiden Herzog-Brüder nicht all zu lange von ihrer Arbeit abzuhalten, verabschieden wir uns bald einmal wieder. Da die beiden ebenfalls auf dem Campingplatz logieren, werden wir uns sicher nochmals begegnen. |
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Donnerstag, 19.06.03
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Was sagt uns der Begriff "Ipsarion"? Im Moment noch (fast) gar nichts. Ulli hat uns gestern lediglich erklärt, dass hinten herum eine Strasse auf den höchsten Berg der Insel führe. Er habe diesen Berg einmal per Roller bezwungen. Nachdem wir heute nach dem Morgenessen nochmals die Karte konsultierten, steht der Entschluss fest: Wir wollen mit "Schnüüfi" auf den Berg! Diesmal fahren wir von Chrisi Amoudia aus links herum um die Insel. Wir wollen unterwegs auch noch die restlichen Campingplätze suchen und anschauen. Dabei kann ich es gleich vorwegnehmen, dass wir enttäuscht sind! Der erste Platz in Limenas ist geschlossen (immer noch Vorsaison?) und die restlichen, die wir überhaupt finden (schlechte Beschilderung) können uns nicht sonderlich begeistern. Danke Ulli für den Tipp mit dem Golden Beach Camping! Doch nun zurück zum Ipsarion. Unsere Fahrt mit dem kleinen Töff führt uns entlang von traumhaften Buchten um ungefähr die halbe Insel bis nach Skala Marion, das im Westen liegt. Hier müssen wir rechts von der Hauptstrasse runter und dann sofort links (unter der Hauptstrasse hindurch) abzweigen, um das Mutterdorf Maries zu erreichen |
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Die Fahrt durch das Hinterland ist sehr schön, führt sie doch durch uralte Olivenhaine, in denen auch Ziegenherden unterwegs sind. Uns fällt auf, dass die einheimischen PW- und Lastwagenlenker beim Passieren der Ziegen ihr Tempo kein bisschen drosseln. Gelten darum auf Thassos gebratene Ziegen als Leckerbissen? Nein, die Ziegen haben sich dem Verkehr angepasst und springen sofort von der Strasse weg, sobald sie ein Fahrzeug hören! |
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Nach ungefähr vier Kilometern "Einfahrstrecke" finden wir den nächsten (und letzten nicht neugriechisch angeschriebenen) Wegweiser. Dieser schickt uns rechts auf den Ipsarion. Die Distanzangabe lautet zwölf Kilometer. Wie es sich herausstellen wird, sind es lange Kilometer für Mensch und Maschine (und vor allem den Beifahrerinnen-Hintern). Die Piste wird nämlich im obern Teil immer mehr zum Bachbett, das heisst der Schotter wird immer grösser und die Löcher immer tiefer. Glücklicherweise übe ich jedes Jahr im Motorrad-Sicherheitstraining das langsamst-Fahren über Hindernisse. Jetzt weiss ich endlich, was mit einer kleinen 125er-Enduro und Beifahrerin alles möglich ist! Vor allem das oberste Stück unterhalb des Gipfels stellt nochmals höchste Anforderungen, da die Strasse sehr steil und fast nur noch Bachbett ist. |
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Nach Überwindung der gut 1000 Höhenmeter lässt einen die sagenhafte Aussicht auf dem Gipfel das malträtierte Sitzleder vergessen. Von hier oben sieht man die Hügel der Westseite ebenso wie die ganze Golden Beach, die nun direkt unterhalb der steil abfallenden Felsen sichtbar ist. Einzig die Ruine der Radarstation trübt das ganze Bild etwas. Hoffentlich werden die Resten des Stahlskeletts bald entfernt! Leider breiten sich die schon beim Hochfahren sichtbaren schwarzen Wolken immer mehr aus. Da wir nicht so gerne durchnässt werden möchten, beschliessen wir, sofort den Rückzug anzutreten. Auf den ersten Metern des Gipfelhanges wird mir eines klar bewusst: Hände weg von der Vorderrad-Bremse. Wo vorher das Hinterrad durchdrehte, möchte nun plötzlich das Vorderrad seitwärts weg. Also aufgepasst und konzentriert und langsam fahren. |
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Am Ende der Schotterpiste legen wir einen kurzen Erfrischungsaufenthalt in der Taverne Bethel ein. Da unsere Kehlen vom Staub total ausgetrocknet sind, ignorieren wir die Lippenstift-Spuren auf den Gläsern und stürzen unser Mineralwasser hinunter. |
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Auf der Rückfahrt schauen wir uns noch die Livadi Beach an. Diese liegt unterhalb des Klosters Moni Archangelou auf der Südseite der Insel und ist vor allem bei Wildcampern bekannt. Im Moment steht nur ein einzelnes deutsches Wohnmobil unten. Beim Hochfahren auf die Küstenstrasse dann die böse Überraschung: Sogar mit der Enduro komme ich nicht im ersten Anlauf die Sand-Steilrampe hoch. Mary muss abspringen, da "Schnüüfi" haltlos rückwärts rutscht. Alleine und mit viel Schwung, gelingt es gerade noch, die Hauptstrasse zu erreichen. Der uns nachfolgende einheimische 4x4-Pickup kommt mit vollem Dampf von unten her, sodass meine Partnerin hochrennen muss! Auf Grund der gemachten Erfahrungen fragen wir uns, wie der Deutsche mit seinem grossen Wohnmobil diese Strecke schaffen soll. Ob er wohl Abschlepphilfe brauchen wird? |
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Freitag, 20.06.03
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Heute nach dem Morgenessen fahren wir kurz nach Limenas. Wir gehen "shoppen", da wir den Enkelkindern was mitbringen wollen. |
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Samstag, 21.06.03
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Auch Heute ist Ruhetag im Schatten. |
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Sonntag, 22.06.03
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Wir beschäftigen uns intensiv mit Reiseführer- und Karten-Studium. Morgen werden wir die Insel verlassen. Unsere Rückfrage bei der Reception zeigt, dass wir nicht mit der Kreditkarte bezahlen können. So steht nochmals ein Fussmarsch zur Kalorienverminderung und Geldbeschaffung auf dem Programm. Wir wissen ja, dass fast vor Ullis Haustüre in Skala Potamias das blaue EC-Häuschen zu finden ist! |
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Montag, 23.06.03
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Um 6:30 Uhr ist Tagwache. Wir möchten um sieben Uhr frisches Brot im Mini-Market holen, doch dieser ist leider noch geschlossen. So bleibt uns nichts anderes übrig, als auf unseren Notvorrat zurück zu greifen und uns mit Knäckebrot zu behelfen. Nach dem Morgenabwasch gehen wir unseren PASS abholen und bezahlen den Campingplatz. Um ungefähr viertel nach Acht fahren wir los in Richtung Limenas. Die nächste Fähre fährt um 9:30 Uhr. Wir haben gut gewählt, können wir doch mit der neuesten Fähre (Thassos VII) fahren, die über einen absolut fabelhaften Salon verfügt. Hier können wir bequem in Leder-Fauteuils im klimatisierten Raum unser Mineralwasser trinken und ein letztes Mal die Aussicht auf die Insel geniessen. Nach der Ankunft auf dem Festland ergänzen wir in Hrissoupoli bei Lidl nochmals unsere Bordvorräte. Gemächlich machen wir uns auf den Weg Richtung Meteora-Klöster. |
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Dienstag, 24.06.03
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Heute vormittag gehen wir zu den Mönchen. Da wir im Reiseführer gelesen haben, dass ab neun Uhr die Cars Richtung Klöster unterwegs sein werden, starten wir um gut halb Neun unser "Schnüüfi" und fahren los. Diese Taktik ist goldrichtig, sind doch nachher Dutzende von kleineren bis ganz grossen Cars auf den schmalen Strassen unterwegs. Wir beginnen unsere Tour ganz oben beim Kloster Metamorphosis. Allein schon die Fahrt dorthin ist sehr eindrucksvoll. Das schmale Teerband schlängelt sich Hügel um Hügel und Kurve um Kurve nach oben. Apropos Kurven: Der direkt vor uns fahrende Wasser-Tankwagen scheint vergessen zu haben, den Deckel zu schliessen. In jeder Kurve und bei jeder Bodenwelle schwappt wieder eine grössere Portion des kostbaren Nass aus dem Tank. Aus diesem Grund muss ich mit Abstand zum Laster fahren und kann lange nicht überholen. |
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Leider ist das Metamorfosi-Kloster heute geschlossen. So können wir die Anlage nur von aussen besichtigen und filmen. Hier auf dem höchsten Punkt und Beginn des Besichtigungs-Pfades treffen wir auch schon auf die Souvenir-Läden. Wer kauft hier oben schon eine Glocke? Nach dem Eintreffen der ersten Busse verlassen wir diesen Platz und fahren zum nächsten Kloster. Auf dem Parkplatz vor dem Kloster Varlaam wieder das selbe Bild. An Souvenir-Ständen wird Kitsch aller Art angeboten. Eine Gruppe per Bus eingetroffener Jugendlicher deckt sich mit Dolch- und Pistolen-Imitationen ein. Muss dies sein vor einem Kloster?? Nach Entrichtung der bescheidenen Eintrittsgebühr besichtigen wir im kleinen Museum die vorhandenen Kunstschätze. Hier findet man Silberkreuze aller Art, prunkvolle Messgewänder, wunderschöne handgeschriebene Bücher mit herrlichen Silbereinbänden und allerlei andere Kostbarkeiten. In der Kirche fallen uns neben den vielen Fresken auch die eindrucksvollen Kerzenleuchter auf. |
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In einem Raum neben der Küche steht ein ganz besonderes Stück: Ein 13'000 Liter fassendes Weinfass aus dem 16. Jahrhundert. |
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Die Frage, welche uns bei allen Klöstern immer wieder beschäftigt: Wie wurden diese Klöster errichtet? Im vierzehnten Jahrhundert gab es ja noch keine Helikopter, um überhaupt auf die imposanten Felstürme zu gelangen. Die damaligen Mönche mussten ganz ausgezeichnete Kletterer gewesen sein. Im Weiteren kann man sich auch kaum vorstellen, wie die Gebäude gebaut werden konnten, stehen doch alle Klöster auf hohen Felstürmen. Metamorfosi liegt zum Beispiel rund 400 Meter über Kalampaka. |
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Es würde wohl zu weit führen, wenn hier alle Details zu den besuchten Klöstern aufgeführt würden. Als Abschluss möchte ich hier noch die Begegnung mit dem Mönch Ioannis? im Kloster Agia Triada erwähnen. Unmittelbar nach Betreten des Klosters nahm er uns im Seilwindenturm in Empfang. Seine Begrüssung lautete: "Deutsch, Englisch"?, "trinken Kaffee"? Nach dem Servieren des Ellenik Coffee (selbstverständlich mit einem Glas Wasser) kam dann eine rege (in relativ verständlichem Deutsch geführte) Befragung in Gang. So hiess es: "Name ihres"?, "ich Ioannis"!, "Familie"?, "wieviel Kinder"?, "Katholisch"?, "Protestantisch"?, "ich Orthodox"!, "was Arbeit"?. Im Verlaufe dieser Befragung erklärte er uns, dass er seit dreiunddreissig Jahren hier oben lebe. Seine ganze Familie sei damals bei einem Autounfall ums Leben gekommen. |
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Bei brütender Hitze (etwa 36 Grad im Schatten) müssen wir natürlich noch die 140 Stufen vom Kloster hinuntersteigen. |
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Mittwoch, 25.06.03
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Die Hitze gestern hat uns ausgelaugt, da es trotz der vielen schwarzen Wolken und dem Dauergrollen doch nicht regnete. Gestern um Mitternacht hatten wir immer noch Temperaturen von 24 Grad aussen und 26.5 Grad innen. Heute morgen waren es dann "nur" noch 21 und 23.5 Grad!! Also sitzen wir im Schatten und geniessen den schönen Tag. Die Temperaturen betragen auch hier tagsüber wieder um die 35 Grad. |
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Wir haben festgestellt, dass direkt hinter unserem Wohnmobil ein Vogel-Schlafbaum steht. Um ungefähr viertel vor Neun wird es dort plötzlich sehr laut. Aus allen Richtungen fallen schwarmweise die Vögel ein. Bis ungefähr zwanzig nach Neun ist ein Riesen-Geflatter und -Gezwitscher. Plötzlich verstummen die Vögel, wie wenn jemand das Radio ausdrehen würde. Wenige Augenblicke später beginnen dann die Zikaden ihr Nachtkonzert. |
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Donnerstag, 26.06.03
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Nach dem Morgenessen verstaue ich unser "Schnüüfi"-Töff wieder im Bauch von "Schnuuf". Dabei werde ich vom alten Mann beobachtet, der seit gestern den Platz am putzen ist. Plötzlich kommt er her und fragt mich: "Elvetos?". Auf mein Bejahen hin versucht er mir in kaum verständlichem Deutsch etwas zu erklären. Als er mir irgendwelche Zahlen auf italienisch nennt, sage ich sofort "Si". Er fängt an zu strahlen und fragt mich: "Parla italiano?". Ja, jetzt klappt es plötzlich, wir haben unsere Sprachen synchronisiert. Aus der nun verständlichen Diskussion ergibt sich, dass er zwei Jahre in der Schweiz (bei Heberlein in Wattwil) gearbeitet hat. Da seine Vorgesetzten alles Italiener gewesen seien, habe er halt in der Schweiz ein wenig italienisch gelernt. Nach einem kurzen Gespräch verabschiede ich mich von ihm, da ich an der Reception noch den Pass abholen und für unseren Aufenthalt bezahlen muss. Leider gilt es heute morgen, die letzte Griechenlandetappe in Angriff zu nehmen. Diese wird uns über den Katara-Pass nach Ioannina und weiter nach Igoumenitsa führen. Bei der Wegfahrt vom Campingplatz stehen der Chef und der alte Putzmann am Strassenrand und verabschieden uns winkend. |
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Freitag, 27.06.03
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Was soll das? Beim Erwachen stellen wir fest, dass das Schiff ziemlich unruhig das Meer durchpflügt. Und was ist das für ein Geräusch auf dem Wohnmobil-Dach? Tatsächlich, es regnet! Sobald wir uns aus der Horizontalen erheben, merken wir, dass der Seegang noch stärker ist, als wir meinten. Kommen jetzt doch noch die Pillen gegen Reisekrankheit zum Einsatz? Wir hoffen nicht. Nach der Morgentoilette bahnen wir uns breitbeinig den Weg ins SB-Restaurant. Dort stellen wir unser Frühstück zusammen und suchen uns einen freien Tisch. Wenn wir uns so umblicken, sehen wir doch einige nicht so ganz taufrische Gestalten. Liegt es an zu viel Alkohol in der vergangenen Nacht, oder am starken Seegang? Während dem Morgenessen haben wir dann das Niederschlagsgebiet wohl endgültig hinter uns gelassen. Plötzlich bricht die Sonne hervor und allmählich beruhigt sich auch das Meer wieder etwas. So ziehen wir uns nochmals aufs Open Deck zurück. Wir geniessen die Morgensonne und beobachten, wir unter uns die ersten Camper nervös werden. Plötzlich wird angefangen zusammen zu räumen und es werden rundherum Scheiben geputzt. Und dies alles bereits anderthalb Stunden vor der Ankunft in Ancona. Wir lassen uns noch eine ganze Weile Zeit, bis auch wir das Open Deck endgültig verlassen. Nach der Ankunft im Hafen müssen wir fast eine Stunde warten, bis wir um elf Uhr von Bord fahren können. Unter uns werden nämlich die Lastzüge einer intensiven Kontrolle durch die Polizei unterzogen. Wir konnten dieses Schauspiel, bei dem auch Drogenhunde eingesetzt wurden, bereits beim Warten vor der Abreise aus Ancona mitverfolgen. |
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