Toscana

Oktober 2004

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Freitag, 15. Oktober 2004

Eigentlich hätte es eine Woche Herbstferien werden sollen. Aber eben ... das Wetter spielte leider nicht mit! So wurde halt nur ein Kurztrip in die Toscana daraus.

Wichtig war für uns vor allem der Besuch des LAIKA-Werks in Tavarnelle. Unser Wohnmobil wies nämlich auch nach Ablauf der Garantie immer noch Probleme mit der Elektronik auf (Tankanzeige funktionierte nicht richtig). Obschon wir mehrere Termine beim Schweizer Generalvertreter hatten, konnte keine Lösung gefunden werden. Während unserer Sommerferien auf dem Peloponnes lernten wir österreichische und deutsche Laika-Kollegen kennen, die bei ihren Fahrzeugen die selben Schwierigkeiten hatten. Von diesen erhielten wir den Tipp, uns direkt ans Werk zu wenden. Dort sei ihr Problem in kürzester Zeit gelöst worden.

Da meine Partnerin bis zum Mittag arbeiten musste, blieb die Vorbereitung des Womos einmal mehr mir überlassen. Bei der Abfahrt war wieder einmal Regen angesagt. Gemäss Wetterprognose sollte es in höheren Lagen sogar leicht schneien.


Bis zum San Bernardino-Tunnel war davon nichts zu sehen. Umso grösser war dann die Überraschung als wir den Tunnel auf der Tessiner Seite verliessen. Hier schneite es tatsächlich!
Zum Glück beruhigte sich dann das Wetter ab Bellinzona stark. Wir konnten die Fahrt Richtung Toskana bei relativ angenehmen Bedingungen fortsetzen. Die letzten zwanzig Kilometer vor Florenz sassen wir dann allerdings noch im Freitagabend-Stau fest. Einmal mehr war ich im abendlichen Feierabend-Verkehr froh um unser Navigationssystem. Auch ein Falsch-Abbiegen mitten in Florenz konnte uns nicht davon abhalten, unseren Campingplatz trotz Dunkelheit und Verkehrschaos zu finden.
Leider hatte Petrus mit uns absolut kein Erbarmen. Ausgerechnet als wir in der Dunkelheit einen uns zusagenden Stellplatz suchen sollten, öffnete er die Schleusen immer mehr. Da der Camping Michelangelo inmitten eines Olivenhaines (Hanglage) liegt, war es relativ schwierig, so einen einigermassen ebenen Platz zu finden. Auch wollten wir (einige Zeit nach zweiundzwanzig Uhr) die übrigen Camper mit unseren Fahrmanövern nicht all zu stark stören. So stellten wir uns zuunterst auf dem Platz hin und legten uns sehr schnell zur Ruhe.
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Samstag, 16. Oktober 2004

Heute morgen ist das Wetter wieder ein bisschen geniessbarer. Wenigstens regnet es im Augenblick nicht. Die Wolken jagen wie wild über den Himmel. Nach dem Morgenessen beschliessen wir, zur "Piazzale Michelangelo" hochzulaufen. Von diesem Aussichtspunkt (ca. 100 Meter oberhalb des Campings) hat man eine fantastische Sicht über den grössten Teil von Florenz. Hier können wir uns auch "von oben herab" orientieren, wo wir nachher hingehen wollen.


Aussicht von der Piazzale Michelangelo


Wie wir von oben gesehen haben, liegt für uns die Ponte Veccio eigentlich recht gut "am Weg". Die älteste Brücke der Stadt entstand im 14. Jh. und dient seit dem 16. Jh. gleichzeitig als Einkaufspassage.


Ponte Vecchio


Leider verschlechterte sich das Wetter immer mehr, so dass wir es vorzogen, unsere Besichtigung abzubrechen. Wir kehrten zum Campingplatz zurück, wo wir den Rest des Tages verbrachten. Einzig zum Abendessen krochen wir nochmals aus unserem Quartier hervor. Im benachbarten Restaurant genossen wir ein vorzügliches Nachtessen, während draussen die Intensität der Regenfälle ständig zunahm. In der Nacht regnete es so stark, dass wir langsam befürchten mussten, dass die Strasse zu unserem Platz hinunter zum reissenden Bach werden könnte. Zum Glück liessen die Regenfälle dann gegen Morgen doch wieder nach.


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Sonntag, 17. Oktober 2004

Auch heute können (oder müssen) wir unsere Regenjacken weiter benutzen. Wir haben trotzdem beschlossen, unsere gestern abgebrochene Stadtbesichtigung fortzusetzen. Diesmal wollen wir vor allem den Dom besuchen. Insbesondere soll dort der Glockenturm, das Campanile, bestiegen werden. Seine Höhe von 84,70 Metern verspricht uns gute Aussicht. Dass wir dabei 414 Stufen bewältigen mussten, wirkte sich natürlich auch für unsere Gesundheit positiv aus. Just als wir oben angelangt waren, regnete es natürlich wieder ziemlich stark!


Duomo Santa Maria del Fiore


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Montag, 18. Oktober 2004

Heute werden wir bei LAIKA im Werk erwartet. Deshalb haben wir gestern abend schon die Platzgebühren bezahlt. So können wir recht früh abfahren. Streckenmässig sind es zwar nur etwa 15 Kilometer bis nach Tavarnelle. Am Zielort müssen wir dann aber noch die Fabrik finden. Unser GPS führt uns perfekt bis in die Ortsmitte. Leider ist aber der gesuchte Ort zwei Hügelzüge weiter links im Tal unten.
Nachdem wir dem freundlichen Herrn von der Kundenabteilung unser Leid geklagt haben, können wir einen ganzen Tag ohne WoMo frei machen. Während in der Reparaturabteilung alles geflickt wird, fahren wir mit dem öffentlichen Bus nach Siena. Dort können wir endlich einmal einen regenfreien halben Tag geniessen. Im Verlaufe des späteren Nachmittags versuchen wir über zwei Stunden vergebens, von Poggibonsi einen Anschlussbus nach Tavarnelle zu finden. Hier ein Tipp für alle: Auch wenn der Busfahrer erklärt, dass der Bus genau hier (an der Aussteige-Haltestelle) fahre, schaut auch auf der gegenüberliegenden Haltestelle nach!!
Bei einbrechender Dunkelheit langen wir endlich wieder im Werk an. Unser "Schnuuf" steht vor dem Tor und wartet auf uns. Alles ist erledigt. Da uns der Standplatz direkt neben der Superstrada nicht so recht begeistern kann, entschliessen wir uns, trotz Dunkelheit noch bis San Gimignano hoch zu fahren. Ungefähr drei Kilometer ausserhalb des Ortszentrums liegt der Camping Boschetto di Piemma. Obschon dieser gemäss italienischer Bewertung nur "einsternig" ist, sind dort die Sanitäranlagen einwandfrei. Heute Abend ist ein Mini-Essen aus der Bordküche angesag, bevor wir uns zur Ruhe legen.


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Dienstag, 19. Oktober 2004

Nach dem Morgenessen laufen wir zm Ortszentrum von San Gimignano hoch. Im Moment fallen nur einige wenige Tropfen Regen und auch die Sicht ist einigermassen gut. So können wir die typisch toskanische Landschaft bewundern (Hügelzug um Hügelzug).


San Gimignano


Auf dem Rückweg zu unserer fahrbaren VIlla beginnt es einmal mehr zu regnen. Unser nächstes Ziel ist Volterra, das durch seine Alabaster-Produkte weltweit bekannt ist. Wir bummeln von Geschäft zu Geschäft und vergleichen die angebotenen Produkte. Nach einer ausgezeichneten Pizza (mit entsprechend gutem "Zubehör") schlagen wir dann zu: Ich darf mein Geburtstagsgeschenk, ein wunderschönes Alabaster-Schachspiel in Empfang nehmen. Danke vielmals, mein Schatz!
Sobald das Paket erschütterungsfrei und bruchsicher verpackt ist, machen wir uns wieder auf den Weg. Eigentlich wollen wir in Punta Ala auf einem noch geöffnet Campingplatz übernachten. Der Platz liegt aber soweit ausserhalb, dass wir beschliessen weiter zu fahren.
Zum Glück habe ich noch eine weitere Adresse aufgeschrieben. Also nichts wie los nach Follonica. Im Internet habe ich nämlich einen Platz entdeckt, der erst ganz neu erstellt wurde. Wie neu, merken wir aber erst nach Ankunft. Nirgends in ganz Follonica ist ein Wegweiser zum Platz zu finden. Auch die im Zentrum eifrig Bussenzettel ausfüllende Politesse kann nicht weiter helfen. Obschon wir zweimal im Ortsteil Pratoranieri kreisen, finden wir den Platz nicht. Nicht einmal der tierisch nach Alkohol "riechende" Taxifahrer kann uns helfen. Entnervt fahren wir bei beginnender Dunkelheit auf den Parkplatz eines Grossverteilers. Wir kaufen dort noch etwas Lebensmittel ein, falls wir doch irgendwo wild übernachten müssen. Bei der Rückkehr ins WoMo kommt mir plötzlich in den Sinn, dass ich ja auf meinem Zettel auch die Telefonnummer des Platzes aufgeschrieben habe. Handy sei Dank, werden wir dann doch noch zum Platzeingang gelotst! Wie es scheint, sind wir praktisch die einzigen Gäste auf dem nagelneu erstellten Platz (Camping Parco Vacanze il Veliero).

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Mittwoch, 20. Oktober 2004

Obschon der Platz zwischen der Superstrada und dem Bahngeleise liegt, haben wir ausgezeichnet geschlafen. Am Morgen scheint endlich wieder einmal die Sonne von einem (fast) wolkenfreien Himmel. Wir beschliessen aber trotzdem, die Rückreise in die Schweiz anzutreten.
Auf der Rückfahrt geraten wir über den Chisa-Pass (La Spezia - Parma) in ein starkes Gewitter. Auch fahren wir in relativ dichtem Nebel über den Hügelzug. Unsere Entscheidung war also richtig. Nach Parma bessert sich dann das Wetter wieder ein wenig, so dass wir zügig vorankommen. Die Rückfahrt nach Hause geht ohne grosse Probleme zu Ende.

PS: Am folgenden Tag (Donnerstag) wurden in der Toskana (Gegend um Grosseto) einige Verkehrsverbindungen infolge starker Niederschläge und dadurch verursachter Erdrutsche unterbrochen. Zudem streikten in Italien an jenem Freitag sämtliche Bahn- und Bus-Bediensteten. Dadurch wurde auf den Strassen ein grosses Verkehrschaos ausgelöst.

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